Courtepin

Politische Gemeinde FR, Seebezirk, die seit 2003 Courtaman umfasst sowie seit 2017 auch Villarepos und Wallenried. Die an der Sprachgrenze gelegene, mehrheitlich französischsprachige Ortschaft setzt sich aus dem bäuerl. Vieux Quartier und dem städtisch anmutenden Quartier Neuf zusammen, dessen Entstehung auf die Erbauung des Bahnhofs an der Linie Freiburg-Murten (1898) zurückgeht. 1259 Courtipin, dt. Curtepy. 1811 140 Einw.; 1850 187; 1900 287; 1950 447; 1970 1'153; 1990 1'326; 2000 1'626. Hallstattzeitl. Hügelgräber im Spitalwald (Grabungen von 1964); röm. Einzelfunde (Münzen, Bronzestatuette), im Vieux Quartier wird eine villa vermutet. Die Güter der Gf. von Thierstein wurden 1434 dem Bürgerspital Freiburg und dem Freiburger Schultheissen Guillaume d'Avenches, 1436 den Freiburger Bürgern Jacques de Praroman und Pierre de Faucigny verliehen. Nach dem Erwerb des Thiersteiner Lehens durch Freiburg (1442) blieb C. bis 1798 Teil der Alten Landschaft, gehörte dann bis 1830 zum Bez. Freiburg, danach zum Dt. Bez. Freiburg.

Bis 1975 waren die Katholiken von C. nach Barberêche kirchgenössig; dann wurde die 1949-51 erbaute Kirche Notre-Dame-du-Rosaire zur Pfarrkirche. Die ref. Einwohner gehören zur Kirchgemeinde Cordast. 1860 eröffneten die Reformierten der kath. Gemeinden des Seebezirks in C. eine eigene konfessionelle Schule (Freier Schulkreis); 1875 wurde die Primarschule gebaut (Neubau 1909). Die Gründung der Metallfabrik Sadem (1903) trug zur Entwicklung des Quartier Neuf bei. In den 1960er Jahren bewirkte die Ansiedlung der Micarna AG (Migros, 1960) ein demograf. Wachstum von 115% und einen starken Zustrom von Ausländern (1991 469). Der 2. Sektor stellte 2000 mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Archive
– KlA Hauterive, Fonds Marcel Francey
Literatur
– H. Kaeser, La croissance économique de C., Liz. Freiburg, 1982
Kdm FR 4, 1989, 133-141

Autorin/Autor: Marianne Rolle / GS