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Lachat, Eugène

geboren 14.10.1819 Hof Montavon (Gem. Réclère),gestorben 1.11.1886 Balerna, kath., von Schelten. Sohn des François, Landwirts, und der Anne-Marie geb. Walser. L. absolvierte die humanist. Studien in Besançon unter der Leitung seines älteren Bruders Jean-François ( -> 2) und studierte 1836-42 Philosophie und Theologie bei den Missionaren vom Kostbaren Blut in Albano Laziale bei Rom. Dieser Kongregation trat er auch bei. 1842 wurde er zum Priester geweiht. Danach war er als Volksmissionar in Italien tätig. 1844 wurde er Wallfahrtspriester des Wallfahrtsortes Unserer Lieben Frau zu den Drei Ähren bei Colmar, 1850 Pfarrer von Grandfontaine und 1855 Pfarrdekan von Delsberg. 1863 erfolgte die Wahl zum Bf. von Basel und am 30. November die Konsekration in der Kathedrale von Solothurn. Die anfängl. Eintracht zwischen L. und den liberalen Diözesanständen löste sich im zugespitzten ultramontanen Klima am Vorabend des 1. Vatikan. Konzils (1869-70) auf. Als L. im Fastenhirtenbrief von 1871 entgegen dem Verbot der Diözesanstände die Beschlüsse des Konzils publizierte - er selbst war ein gemässigter Anhänger der päpstl. Unfehlbarkeit - setzten die Diözesanstände ihn 1873 als Bf. von Basel ab, und Solothurn wies ihn aus dem Kanton aus. L. verwaltete nun von Luzern aus die Diözese und genoss als "Bekennerbischof" Sympathien im Kirchenvolk, und zwar auch ausserhalb der Schweiz. Erst der ihm nach dem Abklingen des Kulturkampfes von Rom zugemutete Amtsverzicht 1884 machte den Weg frei für eine Neuwahl: 1885 wurde L. zum ersten apostol. Administrator des Tessins mit dem Titel eines Ebf. von Damiette ernannt.


Literatur
HS I/1, 395-398
– Gatz, Bischöfe 1803, 425-428
– V. Conzemius, «Eugène L. (1863-1884)», in Die Bf. von Basel 1794-1995, hg. von U. Fink et al., 1996, 131-159
Terre del Ticino. Diocesi di Lugano, hg. von L. Vaccaro et al., 2003, 197-202

Autorin/Autor: Victor Conzemius