• <b>Charles Journet</b><br>Der Kardinal (links) zusammen mit dem Bischof von Freiburg François Charrière. Fotografie, um 1968 (Schweizerische Nationalbibliothek).

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Journet, Charles

geboren 26.1.1891 Genf, gestorben 15.4.1975 Freiburg, kath., von Vernier. Sohn des Jean Louis, Milchhändlers, und der Jeanne geb. Bondat. Banklehre, Besuch des Gymnasiums an den Kollegien in Schwyz und St. Michael in Freiburg, dann hier Eintritt ins Priesterseminar. 1917 Priesterweihe und Vikar in Carouge (GE). Durch eigene Vortragstätigkeit und die Einladung franz. Literaten des Renouveau catholique nach Genf weckte er bei Intellektuellen und Künstlern Sympathien für den Katholizismus. 1924 Prof. der Dogmatik am Priesterseminar Freiburg. 1926 gründete er mit François Charrière "Nova et vetera", eine Zeitschrift, die allg. Fragen philosophischen, spirituellen und kulturellen Inhalts behandelte. Anfänglich orientierte er sich stark kontroverstheologisch in Abgrenzung zum Protestantismus. Politisch stand er der Action Française nahe, wurde aber unter Einfluss des franz. Philosophen Jacques Maritain, mit dem er in Freundschaft verbunden war, zu ihrem Gegner. Zum Span. Bürgerkrieg nahm er eine unabhängige Position ein. Überzeugt von der - von Maritain übernommenen - Idee einer inneren Verbindung von Christentum und Judentum wandte er sich gegen Rassenideologien und Totalitarismen. Im 2. Weltkrieg geriet er in Gegensatz zu Bf. Marius Besson, weil er die franz. Polizei wegen der Unterstützung der Judendeportationen 1942 kritisiert hatte. 1947 nahm J. an der internat. Konferenz in Seelisberg zur Bekämpfung des Antisemitismus teil. 1947 päpstl. Hausprälat, 1960 Mitglied der theol. Vorbereitungskomm. des 2. Vatikan. Konzils, 1965 Titularbf. von Furnos Minor (Tunesien) und Kardinal. Als Titelkirche wurde ihm Santa Maria in Portico zugewiesen. Seine schriftsteller. Arbeit fasste J. als geistl. Wegweisung auf. Sein dreibändiges Hauptwerk galt der Lehre über die Kirche: L'Eglise du Verbe incarné (erschienen 1941-69 in Paris).

<b>Charles Journet</b><br>Der Kardinal (links) zusammen mit dem Bischof von Freiburg François Charrière. Fotografie, um 1968 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Der Kardinal (links) zusammen mit dem Bischof von Freiburg François Charrière. Fotografie, um 1968 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
HS I/1, 31 f.
– P. Blanc L'Eglise, 1991 (mit Werkverz.)
Charles J. (1891-1975), hg. von P. Chenaux, 1992
DHGE 28, 358-363
Schweizer Katholizismus 1933-1945, hg. von V. Conzemius, 22003
– «Le cardinal Charles J.», in Nova et vetera 81, 2006, Nr. 2 (Sondernr.)
– G. Boissard Charles J. (1891-1975), 2008

Autorin/Autor: Victor Conzemius