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Galli, Mario von

geboren 20.10.1904 Wien, gestorben 28.9.1987 Zürich, kath., Österreicher. Sohn des Johann Rudolf Wilhelm Franz, Juristen und österr. Ministerialbeamten, und der Baronin Maria Anna Pasetti-Angeli von Friedenburg. Gymnasium am Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch, 1922 Matur, 1922-24 Stud. der Theologie an der Gregoriana in Rom als Alumnus des Collegium Germanicum. 1924 Eintritt in den Jesuitenorden, Noviziat und Theologiestudium in Tisis (bei Feldkirch), Pullach (bei München), Kalksburg (bei Wien) und Valkenburg (Niederlande). 1934 Priesterweihe in Innsbruck, 1934 Seelsorgetätigkeit in Stuttgart. 1935 Redeverbot und Ausweisung aus Deutschland wegen krit. Auseinandersetzung mit Alfred Rosenbergs Rassentheorie. Ab 1936 Mitarbeiter des Apologet. Instituts in Zürich, in dessen Auftrag er 1939 unter dem Pseudonym Andreas Amsee das vom kath. Antisemitismus der damaligen Zeit geprägte Buch "Die Judenfrage" verfasste (judenfeindl. Stereotype, aber Ablehnung der Verfolgung). Von 1942 an Redaktor bei den "Apologet. Blättern" (1947 in “Orientierung” umbenannt). 1945 Ausweisung aus der Schweiz aufgrund des Jesuitenartikels in der Bundesverfassung, Vortragstätigkeit in Deutschland. 1951 erneut am Apologet. Institut, Chefredakteur der "Orientierung", 1960-80 Mitarbeit bei der Wochenzeitschrift “Christ in der Gegenwart” in Freiburg i.Br., 1961-65 Konzilsjournalist. Durch ausgiebige Vortragstätigkeit u.a. bei Katholikentagen, Rundfunk und Fernsehen wurde er prominenter Publizist. G. trug viel zur Popularisierung der Impulse des 2. Vatikan. Konzils im dt. Sprachraum bei.


Werke
Zeichen unter den Völkern, 1962
(zusammen mit B. Moosbrugger) Das Konzil, 4 Fasz., 1963-66
Das Konzil und seine Folgen, 1966
Gelebte Zukunft: Franz von Assisi, 1970
Unser Vater Unser, 1977
Gott will die Freude, 1985 (Autobiogr.)
Literatur
Sauerteig: Mario von G. zum 75. Geburtstag, hg. von H.W. Brockmann, 1979
– A. Schifferle, Mario von G. SJ, 1994
– A. Schifferle, Brandstifter des Geistes, 2000
– V. Conzemius, Schweizer Katholizismus 1933-1945, 2001, 660 f.

Autorin/Autor: Victor Conzemius