Arbeitskammern

Ende des 19. Jh. führte das zunehmende soziale Gefälle in Europa wie in der Schweiz zur Schaffung von Einrichtungen, die die Informationen und Massnahmen im Bereich der Arbeit und der Arbeitslosigkeit erleichtern und koordinieren sollten. Solche Institutionen, die oft paritätisch zusammengesetzt waren (Arbeiter und Unternehmer) und mit öffentl. Mitteln subventioniert wurden, gab es in Genf (Chambre de travail 1895-1911), in Zürich (A. 1897-1901) und in Neuenburg (Chambre du commerce, de l'industrie et du travail 1891-1932). Im 20. Jh. verschwanden die einen bzw. wurden zu Arbeitsämtern (Genf), während sich aus anderen gewerkschaftl. Arbeiterorganisationen entwickelten (Zürich 1901, Tessin 1902: Camera del lavoro, Waadt 1937: Chambre vaudoise du travail).


Literatur
HWSVw 1, 212-217
Lutte syndicale, 20.2.1937
– A. Baranzini et al. Camera del Lavoro 1902-1982, 1982
– Gruner, Arbeiterschaft 3, 388, 742-745, 922, 938
Hist.NE 3, 13, 162

Autorin/Autor: Marc Perrenoud / KMG