Pensionenbrief

Der P. wurde am 21.7.1503 von der Tagsatzung erlassen, um das chaotisch ausufernde und den Zusammenhalt der Eidgenossenschaft gefährdende Pensionen- und Söldnerwesen zu ordnen (Fremde Dienste). Er verbot die Annahme von Pensionen durch Einzelpersonen, verlangte für die Reisläuferei (Reisläufer) die Genehmigung der Obrigkeiten der Orte wie der Tagsatzungsmehrheit und hielt Strafbestimmungen fest. Der P. wurde von allen zwölf Orten sowie der Stadt St. Gallen und Appenzell angenommen. Ein Beibrief vom 30.8.1503 unterstellte auch Bündnisse mit fremden Fürsten der Tagsatzung. Verfassungsrechtlich war der P. ein gesamteidg. Abkommen, dem die gleiche Stellung wie z.B. dem Stanser Verkommnis zukam. Die Durchsetzung des P.s stiess auf grosse Schwierigkeiten. 1508 erklärte die Tagsatzung, jeder Ort könne im Pensionenwesen wieder nach eigenem Gutdünken handeln. Das Pensionen- und Söldnerwesen blieb jedoch ein wichtiges Politikum in der Tagsatzung wie in den Orten.


Quellen
EA 3 II, 1314-1316
Literatur
HbSG, 349
– M. Körner, «Zur eidg. Solddienst- und Pensionendebatte im 16. Jh.», in Gente ferocissima, hg. von N. Furrer et al., 1997, 193-203

Autorin/Autor: Hans Stadler