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Posieux

Ehem. polit. Gem. FR, Saanebez., die das Kloster Hauterive sowie den Weiler Grangeneuve umfasste und seit 2001 mit Ecuvillens die Gem. Hauterive (FR) bildet. 1155 Posuos. 1811 162 Einw.; 1850 199; 1900 362; 1950 600; 2000 936. Bedeutende kelt. Wehranlage (Châtillon-sur-Glâne). In röm. Zeit wurde die Saane bei Sainte-Apolline möglicherweise durch eine Furt überquert, die heutige Brücke stammt frühestens aus dem 16. Jh. Das 1138 gegr. Kloster Hauterive übte die Gerichtsbarkeit über P. zunehmend selbst aus. 1319 übergab das Kloster Payerne dem Kloster Hauterive in einem Gütertausch das Dorf und die Güter von P. mit seinen Einkünften, Bodenzinsen und Wäldern. Spätestens ab 1442 gehörte P. zur Alten Landschaft (Neustadtpanner), erhielt 1690 eine Gemeindeordnung und war 1798-1848 Teil des Bez. Freiburg. 1781 versammelten sich die Verschwörer des Chenaux-Handels in P. 1852 trafen sich hier rund 15'000 Freiburger, die sich gegen die radikale Regierung auflehnten. Die 1911-24 erbaute Kapelle Sacré-Cœur erinnert an dieses Ereignis. Kirchlich gehörte P. zu Matran, 1590-1907 zu Ecuvillens. Die im 12. Jh. errichtete Kapelle Sainte-Apolline wurde 1566 und 1943 umgebaut. Die Kapelle in Les Muëses wurde 1672 erstellt. 1912-23 führte die elektr. Omnibuslinie Freiburg-P.-Farvagny durch P. Mit dem Anschluss an die 1981-82 vollendete A12 entwickelte sich P. vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zur Wohngemeinde. Die 1946 gegr. Zbinden Posieux AG stellt Fahrzeuganhänger her. Mit der landwirtschaftl. Schule und der Eidg. landwirtschaftl. Versuchsanstalt Agroscope, die sich beide in Grangeneuve befinden, dominiert in P. der Dienstleistungssektor. 2000 zählte das Dorf 477 Zupendler, die 95% der Arbeitsplätze besetzten.


Literatur
Entre Glâne et Sarine, 1986
– G. Bourgarel, «Pont et chapelle de Sainte-Apolline», in Archéologie fribourgeoise: chronique archéologique, 1989/92, 149-154
– J. Chassot, Compagnie des omnibus électriques Fribourg-P.-Farvagny (F-F) 1912-1932, 2000
– V. Clerc, L'Assemblée de P., 2002

Autorin/Autor: Marianne Rolle / GL