10/12/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Posat

Ehem. polit. Gem. FR, Saanebez., am rechten Ufer der Glane. 1996 Zusammenschluss mit Farvagny-le-Grand, Farvagny-le-Petit und Grenilles zur Gem. Farvagny. 1148 Vilar Aldiert, 1179 Posat. 1811 72 Einw.; 1850 86; 1900 113; 1950 95; 1990 73. Das Dorf gehörte bis 1482 den Herren von Pont. Peter de Pont und seine Brüder schenkten 1137-48 einen grossen Teil der Güter in P. dem Prämonstratenserkloster Humilimont, um dort einen Landwirtschaftsbetrieb und eine Kapelle zu errichten. Von Humilimont übersiedelte Prämonstratensernonnen hatten um 1140/48 bis nach 1179 ihr Priorat in P. Das Kloster Humilimont kaufte den Herren von Pont die Rechtsprechung über P. ab. Ab 1420 verpachteten die Mönche ihre Güter im Ort. Nach der Schliessung des Klosters 1580 gingen die Kirche und die Besitzungen in P. an die Jesuiten des Kollegiums St. Michael in Freiburg. Das Dorf gehörte ab 1482 zur Vogtei Farvagny, 1798 zum Bez. Freiburg und bis 1848 zum Bez. Farvagny. P. war stets nach Farvagny kirchgenössig. Die Prioratskapelle wurde 1675 von den Jesuiten neu gebaut und der hl. Jungfrau geweiht. Ab dem 18. Jh. wurde sie ein Pilgerort der hl. Jungfrau, später auch in Verbindung mit dem aus P. stammenden Kapuziner Apollinaris Morel, der in den Pariser Massakern vom Sept. 1792 ermordet wurde. 1830-31 fanden franz. Trappisten in P. Zuflucht. Das von der Viehzucht und vom Futteranbau geprägte Dorf hat seinen ländl. Charakter bewahrt. Ein erster Versuch, mit der Gem. Grenilles zu fusionieren, schlug 1981 fehl.


Literatur
– Dellion, Dict. 5-6, 261-266
La Liberté, 19.1.1989; 3.7.1993
HS III/3, 1070 f.; IV/3, 445-449
La chapelle de P. restaurée, 2005

Autorin/Autor: Marianne Rolle / GL