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Amrhein, Andreas

geboren 4.2.1844 (Josef Amrein) Gunzwil,gestorben 29.12.1927 St. Ottilien (D), kath., von Gunzwil. Sohn des Johann Amrein, Bauern und der Anna Maria geb. Bucher. Gymnasium in Luzern, 1862-67 Stud. in Gesch., Zeichnen, Architektur, Philosophie (Florenz, München, Paris, Karlsruhe, Paris), 1868 Theologiestud. in Tübingen. 1870 Eintritt in den Benediktinerorden in Beuron (D), 1872 Priesterweihe, danach Mönch in Belgien (Maredsous) und Grossbritannien (Beuron, Erdington, Mill Hill). Trotz Kulturkampf und gegen den Willen des Bf. Ignatius Senestrey von Regensburg gründete er 1884 in Reichenbach (Bayern) ein Missionsseminar, 1884 approbiert von Papst Leo XIII., 1887 nach Emming/St. Ottilien verlegt, aus dem sich die Missionskongregation von St. Ottilien und die Missionsbenediktinerinnen von Tutzing entwickelten. A. suchte das alte Benediktiner-Ideal neu zu beleben: Verbindung von Mönchtum und Mission, Verkündigung und Kulturarbeit. Er gab eine Missionszeitschrift, einen Missionskalender und eine Jugendzeitschrift heraus. 1887 übernahm er als Generalsuperior ein Missionsgebiet in Deutsch-Ostafrika. Das erste Kloster dort wurde 1889 zerstört, 1891 starben der erste Obere und dessen Nachfolger. 1895 eröffnete A. ein Generalat in Rom, resignierte im gleichen Jahr als Generalsuperior. Nach einem Nervenzusammenbruch folgten Kuraufenthalte in Rom und Florenz. 1901 kam er nach Zürich, um schliessl. über Einsiedeln und Mariastein 1907 nach Stuttgart zu gelangen, wo er den Rottenburger Katechismus illustrierte. 1923 kehrte er nach St. Ottilien zurück.


Literatur
– S. Brechter, «Beurons Beitr. zur Gründung von St. Ottilien», in Beuron 1863-1963, hg. von V. Fiala, 1963, 231-267
– A. Brandstetter, P. Andreas A. von Gunzwil, SA, 1973

Autorin/Autor: Ivo Auf der Maur