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Hütten

Polit. Gem. ZH, Bez. Horgen. Strassendorf mit Weilern und Höfen beidseits der Sihl am Nordhang des Höhronen. 1270 ze dien Hütten. 1850 718 Einw.; 1900 576; 1920 523; 1950 563; 2000 860. Die 1270 erw. Schweigen der Frh. von Wädenswil waren vermutlich auf hochma. Rodungsland errichtet. H. gehörte 1287-1549 zur Herrschaft der Johanniterkomturei von Wädenswil, nach Kauf durch die Stadt Zürich bis 1798 zur Landvogtei Wädenswil. Im voralpinen Grenzgebiet zur Innerschweiz gelegen, litt H. in den Glaubenskriegen unter Einfällen der Katholiken: 1656 wurden 15 Häuser samt Kapelle (Neubau 1668) durch Schwyzer eingeäschert, 1712 verteidigte die Zürcher Besatzung die H.-Schanze erfolgreich. Die 1490 geweihte Jakobskapelle war bis 1703 Filiale von Richterswil, dann bis 1752 von Schönenberg. Mangelnde Pastorisation hatte die Verbreitung der Wiedertäufer gefördert, weshalb die wöchentl. Predigt danach durch einen Vikar aus Zürich besorgt wurde. 1824 zur Pfarrei erhoben, erhielt H. 1856 eine spätklassizist.-neugot. Kirche. 1969 wurde eine kath. Kirche errichtet (1992 57% ref., 43% kath.). Die bäuerl. Gem. mit Viehzucht und Milchwirtschaft, wenig Ackerbau, Heimindustrie und dörfl. Gewerbe war in der 1. Hälfte des 19. Jh. als Molkenkurort mit den Gasthöfen Krone, Bären und Kreuz bei Zürcher Gästen beliebt. Das erste Schulhaus von 1838 wurde 1968 durch ein neues mit Gemeindesaal ersetzt. 1878-1921 erfolgte die Korrektion der Sihl, bis 1945 jene der Seitenbäche; im selben Jahr wurde der Hüttnersee unter kant. Schutz gestellt. Die 1871 eingerichtete Pferdepost Wädenswil-H. wurde 1922 abgelöst durch die Postautoverbindung Schindellegi-H.-Menzingen. Ein neues Wohnquartier entsteht am Südhang gegen den Hüttnersee. Der 2005 genehmigte Kernzonenplan soll zur Erhaltung des Ortsbilds beitragen.


Literatur
– B. Piguet, «Eine Heimatkunde von H.», in Bl. der Vereinigung pro Sihltal 17, 1967, 3-27
– P. Ziegler, H., 1987

Autorin/Autor: Karl Kuprecht