31/07/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Neyruz (FR)

Polit. Gem. FR, Saanebez., am linken Ufer der Glane gelegen. Die in ma. Urkunden ab 1138 oft erw. Ortschaft Chavagny besteht nicht mehr. 1137 Nuerus, 1138 Nuruos, dt. früher Rauschenbach. 1811 267 Einw.; 1850 444; 1900 555; 1910 620; 1950 593; 2000 1'666. Ein Grabhügel und vier Skelettgräber können zeitlich nicht bestimmt werden. Auf einem Felssporn stand im MA oder bereits früher eine Festungsanlage. N. gehörte zur Herrschaft Arconciel. Es ging zwischen 1138 und 1149 durch Heirat von der Fam. de Glâne in den Besitz derer von Neuenburg über. Ab dem 12. Jh. war die Abtei Hauterive grösste Grundbesitzerin in N. Sie errichtete hier eine Grangie (Eigenwirtschaftshof) und übte in Le Châtelet die niedere Gerichtsbarkeit aus. Spätestens 1442 war N. Teil der freiburg. Alten Landschaft (Neustadtpanner), 1798-1848 gehörte es zum Bez. Freiburg. Die ersten Gemeindestatuten datieren von 1677. Das Gemeindeschulhaus wurde 1836 durch ein neues Gebäude ersetzt. Im heutigen, 1915 erbauten Schulhaus war 1928-75 die Haushaltungsschule untergebracht. Kirchlich gehörte N. zu Matran, bis es 1844 eine eigenen Pfarrei bildete. Die 1432 erbaute Kapelle Sainte-Marie-Madeleine wich einem neuen Gotteshaus, das 1738 geweiht wurde; 1953 wurde es zerstört. Die Kirche Sankt Mariä Empfängnis wurde 1845-48 erbaut. N. ist eine Bahnstation der Linie Bern-Lausanne und liegt an der 1862 eröffneten Strecke Freiburg-Romont. Die früher vorwiegend von der Landwirtschaft (Viehzucht, Futteranbau) geprägte Gem. entwickelt sich - insbesondere seit der Eröffnung der Autobahn A12 - immer mehr zur Wohnsiedlung.


Literatur
– B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 259 f.
– G. Nicolet, M. Riedo, N., 1138-1988, 1988

Autorin/Autor: Marianne Rolle / GL