Matran

Polit. Gem. FR, Saanebez., am linken Ufer der Glane gelegen. 1123 Martrans. 1811 182 Einw.; 1850 314; 1900 309; 1950 369; 1980 603; 2000 1'261. In M. wurden vier hallstattzeitl. Gräber und ein Teil einer galloröm. Villa an der Grenze zu Corminbœuf gefunden. 1162 trat Helias de Glâne ins Kloster Hauterive ein und überliess diesem seine Eigengüter, darunter auch M. Spätestens 1442 war M. Teil der Alten Landschaft (Neustadtpanner) und stellte der Stadt Freiburg ein Militärkontingent unter dem Juliusbanner. 1297 und 1336 wird ein Siechenhaus (léproserie des Marches) erwähnt. Die 1228 erstmals belegte Pfarrei M. umfasst auch Avry. Posieux spaltete sich 1590 ab, Neyruz 1844. Die wahrscheinlich frühma. Kirche Saint-Julien fiel 1651 einem Brand zum Opfer, wurde 1654 und 1746-47 neu erbaut und 1893 erweitert. In den Bullen von Papst Calixtus II. (1123) und Papst Eugen III. (1148) figurierte sie unter den Besitzungen der Abtei Payerne. Nach der Reformation gehörte sie 1536-1844 der Liebfrauenkirche in Freiburg. 1798-1848 war die Gem. Teil des Bez. Freiburg, seit 1848 zählt sie zum Saanebezirk. 1769 wurde in M. eine Schule eröffnet, das Schulgebäude stammt von 1845. Das Kollegium St. Joseph (heute Haus St. Joseph) stand von 1955-82 unter der Leitung der Redemptoristen und wurde 1985 in ein religiöses Gästehaus umgewandelt. M. verfügt seit 1862 über einen Bahnhof an der Linie Lausanne-Bern. Nach Eröffnung der Autobahn A12 1971 entstand in M. eine grosse Gewerbezone und der Pendlerverkehr nahm zu. Das einst von der Landwirtschaft geprägte Dorf wandelte sich zu einer Wohngemeinde der Agglomeration Freiburg; 2008 akzeptierten die Stimmbürger den Statutenentwurf für die Organisation der Freiburger Agglomeration (Agglo-FR).


Literatur
– Dellion, Dict. 7-8, 351-379
– M.-H. Guex, Planification financière de M. (1977-1986), Liz. Freiburg, 1978
HS III/2, 393-397

Autorin/Autor: Marianne Rolle / PTO