Lentigny

Ehem. polit. Gem. FR, seit 1848 Bez. Saane, auf einer Erhebung in einer sumpfigen Ebene abseits der Verkehrswege gelegen. Seit 2001 bildet L. zusammen mit Lovens und Onnens die polit. Gem. La Brillaz. 1142 Lintiniei, dt. früher Lentenach. 1811 201 Einw.; 1850 246; 1900 408; 1950 440; 2000 638. Funde aus der mittleren und jüngeren Steinzeit, zwei Grabhügel aus der Hallstattzeit, galloröm. Überreste, die auf einen Gutshof oder eine Töpfereiwerkstatt hinweisen könnten. Im 12. Jh. erbten die Herren von Glâne von ihren angeheirateten Verwandten, den Vilar Walbert, Land auf dem Gebiet von L. Das Dorf war damals Teil der Herrschaft Montagny. 1478 kam es zur Landvogtei Montagny, gehörte 1798-1803 zum Bez. Payerne, 1803-14 zum Bez. Montagny und 1815-48 zum Bez. Freiburg. Im Verlauf des Konfliktes mit Savoyen wurde das Dorf 1447 von Freiburg abgebrannt. Kirchlich trennte sich L. von Onnens und wurde 1588 eine selbstständige Pfarrei. Die Kollatur lag beim Kloster Hauterive. Eine Kapelle wird vor 1173 erwähnt, 1639 entstand ein Neubau, der 1837-40 durch die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens ersetzt wurde. Die 1869 gegr. Ziegelfabrik wurde 1931 nach Corbières verlegt. Bis 1945 wurde in L. Torf abgebaut. Die Feinkeramikfabrik, 1946 eröffnet, bestand 1954-61 als Porzellanfabrik weiter. 1909, 1937 und 1945-46 wurden die Sümpfe trockengelegt. Als Dorf mit Landwirtschaft und Gewerbe entwickelte sich L. ab den 1990er Jahren zur Wohngemeinde.


Literatur
– Dellion, Dict. 7-8, 246-272
Fribourg illustré 20, 1978, 49

Autorin/Autor: Marianne Rolle / MS