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Morax, René

geboren 11.5.1873 Morges, gestorben 3.1.1963 Morges, kath., von Mex (VD), 1936 Ehrenbürger von Mézières (VD), ab 1953 von Morges. Sohn des Marc-Jean, Kantonsarztes, und der Marie Isabelle geb. Reymond. Bruder von Jean ( -> 1) und Victor ( -> 3). Ledig. Stud. der Geisteswissenschaften an der Univ. Lausanne. Aufenthalte in Berlin, Paris und London. 1903 fand M.s Inszenierung seines Dramas "La Dîme" in Mézières zum hundertjährigen Bestehen des Kt. Waadt internat. Beachtung. Der Erfolg der 1905 gemeinsam mit seinem Bruder Jean künstlerisch verantworteten Fête des vignerons bestärkte M. in seinem Engagement für ein schweiz. Volkstheater in franz. Sprache. 1908 eröffnete er in Mézières das Théâtre du Jorat, ein ständiges Festspielhaus aus Holz, für das er - oft in Zusammenarbeit mit Komponisten, v.a. Gustave Doret - die meisten seiner Stücke schrieb. 1913 war er Mitgründer der "Cahiers vaudois". 1919 unternahm er mit dem Mäzen Werner Reinhart eine Indien-Reise, die sein Schaffen im Allgemeinen, v.a. sein berühmtestes Werk, das von Arthur Honegger vertonte bibl. Drama "Le roi David" (1921), prägte. 1942 Dramenpreis der Welti-Stiftung. M. gehört zu den frankophonen Pionieren der modernen Bühnendichtung.


Literatur
– P. Meylan, René M. et son temps, 1973
– Francillon, Littérature 2, 323-326, 334-336
René M., un théâtre pour le peuple, Ausstellungskat. Morges, 2003
TLS, 1273 f.

Autorin/Autor: Michael Gautier