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Düggelin, Werner

geboren 7.12.1929 Zürich, konfessionslos, von Galgenen. Sohn des Josef, Kantonsrats und Schreinermeisters. Schulen in Siebnen, Engelberg, Trogen und Neuenburg, 1947-49 Romanistikstud. an der Univ. Zürich (ohne Abschluss). 1948-49 Beleuchter am Schauspielhaus Zürich, 1949-50 Theaterleiter in Asnières bei Paris, 1950-52 bei Regisseur Roger Blin in Paris. 1952-63 als freier Regisseur im In- und Ausland tätig, 1963-68 Regie am Schauspielhaus Zürich, 1968-75 Direktor des Basler Theaters, das unter D.s Leitung eine Blütezeit erlebte. Mit einem hervorragenden Ensemble realisierte er engagierte und polit. gefärbte Inszenierungen, die den Zeitgeist aufgriffen sowie die Öffentlichkeit provozierten und bewegten. Seit 1975 ist D. wieder freischaffender Regisseur. Daneben war er 1988-91 Leiter des Centre Culturel Suisse in Paris. Unter seinen Bühneninszenierungen ragen heraus Goethes "Urfaust" (Darmstadt 1954), Jakob Bidermanns "Cenodoxus" (München 1958), Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" (Hamburg 1963), Samuel Becketts "Endspiel" und Molières "Der Menschenfeind" (beide Zürich 1994 bzw. 1997). Für das Fernsehen realisierte er u.a. 1975 Charles Ferdinand Ramuz' "Histoire du soldat", 1986 Jeremias Gotthelfs "Die schwarze Spinne" sowie 1989 die "Hommage à Tinguely". D. arbeitete mit Schweizer Künstlern wie Eva Aeppli, Bernhard Luginbühl, Schang Hutter und Jean Tinguely zusammen. Seit 1971 Mitglied der Dt. Akad. für darstellende Künste. 1987 Hans-Reinhart-Ring, 1995 Basler Kulturpreis.


Literatur
– B. Ashoff, Die Basler Theater unter Werner D. im Kulturprofil der Schweiz (1968-1975), 1977
Mimos, Nr. 2, 1987

Autorin/Autor: Hansruedi Lerch