• <b>Gustave Doret</b><br>Fotografie, um 1920 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales).

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Doret, Gustave

geboren 20.9.1866 Aigle, gestorben 19.4.1943 Lausanne, ref., von Lutry und Cully (1943 Ehrenbürger von Aigle). Sohn des Paul und der Marie geb. Girard. Ledig. Violin- und Theorieunterricht bei Justin Bischoff und Henri Plumhof. Nach dem Abschluss des literar. und naturwissenschaftl. Gymnasiums Lausanne und der Immatrikulation an der naturwissenschaftl. Fakultät der Akad. Lausanne (1884) entschied sich D. 1887 für die Musikerlaufbahn: Er ging an die Hochschule für Musik in Berlin und noch im selben Jahr nach Paris. Am dortigen Konservatorium studierte D. bei Théodore Dubois (Harmonie), Jules Massenet (Komposition) und Martin Marisk (Violine). Die Musik seiner Lehrer Massenet und Dubois, v.a. aber Camille Saint-Saëns und César Francks beeinflussten D. nachhaltig. 1893-95 war er zweiter Dirigent der Concerts d'Harcourt, später auch bei der Société nationale de musique in Paris. Schnell machte er sich auch international einen Namen als Dirigent. In seinen Konzerten setzte er sich für die franz. Musik des Fin de Siècle und für schweiz. Komponisten ein. 1907 wurde er musikal. Direktor der Opéra-Comique in Paris. Daneben wirkte er 1910-14 als Musik-Korrespondent des "Berliner Tagblatts" in Paris. 1914-29 leitete D. versch. Kurse am Konservatorium in Genf. In schriftl. Äusserungen und in seinen musikal. Werken (u.a. "Les Sept Paroles du Christ" 1895, "Les Armaillis" 1902, "La Fête des Vignerons" 1905 und 1927) lehnte er die moderne Musik des frühen 20. Jh. entschieden ab. Er bemühte sich um eine eigene Musikkultur der franz. Schweiz und um eine hohe Qualität des Blas- und Chormusikrepertoires. Zudem forderte er eine bessere musikal. Ausbildung der Lehrer. Häufig arbeitete er am Théâtre du Jorat mit René Morax als Librettisten zusammen. Zahlreiche Ehrenmitgliedschaften (u.a. Zofingia, Confrérie des Vignerons) und der Offiziersgrad der franz. Ehrenlegion zeugen von einem gesellschaftlich aktiven Leben.

<b>Gustave Doret</b><br>Fotografie, um 1920 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales).<BR/>
Fotografie, um 1920 (Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales).
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Werke
Musique et musiciens, 1915
Archive
– BCUL, Nachlass
Literatur
Gustave D., hg. von P. Pellizzari, 2 Bde., 1990

Autorin/Autor: Helga M. Craubner