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Bletz, Zacharias

geboren 10.12.1511 Zug,gestorben 28.8.1570 Luzern, kath., ab 1533 von Luzern. Sohn des Johannes, Schulmeisters, und dessen zweiter Frau Elisabeth Plainerer, von Frankfurt. ∞ 1) 1533 Margret Wirz (gestorben 1559), 2) Maria Egglin (gestorben 1568), 3) Elisabeth Dulliker (gestorben 1588, Witwe des Grossrats Beat Schürpf). B. erhielt 1549 von Ks. Karl V. das Notariat, 1551 einen Adelsbrief und nannte sich in der Folge B. zur Rosen. Ab 1566 war B. auch päpstl. Notar. Er besass mehrere Häuser in Luzern, betrieb Kreditgeschäfte und handelte mit Wein und Blei. B. war Mitglied der Gesellschaft zur Safran, 1542 Stubenmeister zu Schneidern, 1546 und 1549 Stubenmeister zu Metzgern. Als Feldschreiber eines schweiz. Regiments in franz. Diensten verfasste er die erste deutschsprachige Beschreibung von Paris. 1542 wurde er Schulmeister von Luzern. 1543-51 amtete er als Rats- und Gerichtsschreiber, 1551-66 als Unterschreiber und von 1566 bis zu seinem Tod als Stadtschreiber. Aus dem Gr. Rat (ab 1551) musste er 1566 zugunsten des Stadtschreiberamts ausscheiden. Von Johannes Salat übernahm B. die Funktion des Luzerner Festspielleiters. Als solcher leitete er 1545 und 1560 das Oster- und Passionsspiel, dessen älteste (nur unvollständig) erhaltene Handschrift von ihm stammt. B. musste die Zahl der Rollen gegenüber den älteren Fassungen stark erweitern, da immer mehr Personen an der Ehre der Mitwirkung teilhaben wollten. Besonderes Gewicht erhielten darin die antireformator. Predigten. Ab 1541 arbeitete B. am "Luzerner Antichrist- und Weltgerichtsspiel" ("Spil dess jüngsten Gerichts"), das 1549 in zwei Teilen aufgeführt wurde. Hier zeigt B. erste Ansätze, Reden in Handlung aufzulösen; eine Wandlung vom ma. zum barocken Drama lässt sich besonders an den Spielvorschriften für die Teufel ablesen, welche im Gegensatz zu den Osterspielen anstelle der Fratzen (Spassmacher) edle Kleider (Versucher) zu tragen hatten. B. verfasste auch mehrere Lust- und Fasnachtsspiele, darunter 1546, in Aufnahme eines alten Stoffes, den "Marcolfus".


Literatur
– O. Eberle, Theatergesch. der innern Schweiz, 1929
– K. Messmer, P. Hoppe, Luzerner Patriziat, 1976

Autorin/Autor: Gregor Egloff