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Thommen, Elisabeth

geboren 10.4.1888 Waldenburg, gestorben 24.6.1960 Zürich, ref., von Zürich, Schaffhausen, Bibern und Hofen (beide heute Gem. Thayngen). Tochter des Hermann, Inhabers der Uhrenfabrik Thommen, und der Anna geb. Tanner. ∞ 1) 1912 Albert Wirth, Jurist, 2) 1921 Jakob Bührer. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs T. bei ihrer Mutter in Waldenburg und Liestal auf. Sie absolvierte die Ausbildung zur Kleinkinderlehrerin an der Töchterschule Basel und war ab 1909 als Kindergärtnerin tätig. Nach dem Scheitern der ersten Ehe arbeitete sie als Journalistin und übernahm 1919 die Redaktion des neu gegr. "Schweizer Frauenblatts". Wegen ihrer antimilitarist. und konsequent feminist. Haltung wurde sie 1921 entlassen. 1928 war sie für die Redaktion der Saffa-Zeitung verantwortlich, Mitte der 1930er Jahre gab sie einige Bände des "Jahrbuchs der Schweizerfrauen" heraus. Ausserdem redigierte sie während fast 20 Jahren die Frauenbeilage der "National-Zeitung" und verfasste regelmässig Beiträge für die Frauenpresse. Ab 1933 war sie ständige Mitarbeiterin bei Radio Beromünster. Nach ihrer Ernennung zur vollamtl. Redaktorin 1938 leitete sie bis 1953 die populäre Sendung "Die Stunde für die Frau". Es gelang ihr, Frauen aus allen Bevölkerungsschichten anzusprechen und für soziale Probleme zu sensibilisieren. Im Rahmen ihrer Sendung gründete sie in den 1940er Jahren die Hilfsaktion "Von Frau zu Frau". T. engagierte sich zudem in der Frauenbewegung, gehörte lange dem Vorstand des Zürcher Stimmrechtsvereins an und war 1934 am Aufbau der Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie beteiligt. Ihre radikalen, zuweilen bissig-sarkast. Texte stiessen selbst innerhalb der Frauenbewegung oft auf Ablehnung. T. publizierte auch mehrere literar. Werke, wobei sie v.a. für ihre Mundartdichtung bekannt wurde.


Archive
– Gosteli-Stiftung, Worblaufen, Biogr. Slg.
Literatur
– A. Richner, N. Schaad, «Die Zähmung einer Widerspenstigen», in Krisen und Stabilisierung, hg. von S. Guex et al., 1998, 211-223
– T. Schweizer, Die Tochter des Uhrenmachers, 2007

Autorin/Autor: Regula Ludi