Eigental

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Hochtal mit Alpen nördl. des Pilatusmassivs, Gem. Schwarzenberg LU. 1287 Oegental, noch lange Eiental genannt. Das E. gehörte zum Kloster Murbach bzw. zum Stift Luzern und wurde bis 1479 als Gerichtsherrschaft den Herren von Littau, dann u.a. Luzerner Bürgern verliehen. 1291 ging die Oberherrschaft mit den Murbacher Gütern an Habsburg über (ab ca. 1306 im Amt Rothenburg), 1415 an Luzern. 1381 traten einzelne Leute aus dem E. ins Burgrecht mit Luzern. 1415-82 gehörte das E. zur Landvogtei Kriens-Horw (mit Ausnahme der seit 1378 zu Nidwalden gehörenden Alp Lauelen). 1453 erwarb die Stadt Luzern das E. und teilte es dem Stadtspital zu, 1483 wurde es als Allmend dem Stadtnutzen und bis ins 18. Jh. dem Stadtbann einverleibt. 1814 kam das E. wieder zum Gericht Kriens, 1832 kirchlich und 1845 politisch zu Schwarzenberg. Die 1517 erbaute Kapelle (1581, 1584, 1749-53 und 1790 erweitert) blieb im Besitz der Gem. Luzern und war im 16.-18. Jh. ein bekannter Wallfahrtsort. Im ehemaligen Kaplanenhaus nahm 1858 das Kurhaus seinen Betrieb auf, während sich ab 1892 im ganzen E. Ferienkolonien ansiedelten. Auf der Oberalp lag der sagenumwobene Pilatussee. Seit 1875 sind die Eigentaler Quellen der Haupttrinkwasserlieferant der Stadt Luzern. Um 1900 wurden Stauseepläne gemacht. Das E., seit 1904 im Besitz eines Schiessplatzes, ist heute Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet.


Literatur
– J. Herzog, Aus der Gesch. des E.s, 1922
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– H. Horat, Die Marienkapelle im E., 1986
– «E.», in Mitt. der Naturforschenden Ges. in Luzern 32, 1991

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch