29/11/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Witzwil

Straf- und Erziehungsanstalt in der polit. Gem. Ins BE. Aus der Konkursmasse der 1870 gegr. Landwirtschaftlichen Gesellschaft von W. erwarb der Kt. Bern 1891 800 ha Land im Gr. Moos und errichtete darauf als Ersatz für die aufgehobene Strafanstalt Bern die Anstalt W. Sie stand 1895-1937 unter der Leitung von Johann Otto Kellerhals, einem Pionier des landwirtschaftl. Strafvollzugs. Die Errichtung von Verwaltungs-, Zellen- und Ökonomiebauten, die Erschliessung der Domäne mit Strassen und einem Geleiseanschluss an die Bern-Neuenburg-Bahn sowie die Urbarisierung des Mooses sind Leistungen, die von den Strafgefangenen über Jahre hinweg erbracht wurden. Im 2. Weltkrieg wurde auf dem Gelände Torf abgebaut. Betrieben wird Acker-, Zuckerrüben- und Gemüsebau sowie Viehwirtschaft. Mit 825 ha (inkl. 110 ha Alp) ist W. zu Beginn des 21. Jh. der grösste Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz: Er umfasst die Strafanstalt, die Arbeitserziehungsanstalten Lindenhof, Eschenhof (Halbfreiheit) und Nusshof (Arbeiterheim für Entlassene) sowie versch. Siedlungen für Angestellte. Die bern. Anstalten in W. gehören seit 1959 zum Konkordat zur Planung des Strafvollzugswesens der Nordwest- und Innerschweiz.


Literatur
– C.F. Janiak, Die Anstalten in W. BE, 1976
100 Jahre Anstalten W.: 1895-1995, 1995

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler