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Grimm, Rosa

geboren 27.1.1875 Odessa, gestorben 12.11.1955 Oetwil am See, isr., von Hinwil. Tochter des Wolf Schlain und der Edlewod geb. Fatik, aus Kischineff (heute Chisinau, Moldawien). ∞ 1) 1894 Jovel Reichesberg, Doktor der Geisteswissenschaften und Schriftsteller, 2) 1908 Robert G. ( -> 6). G. stammte aus einer begüterten jüdisch-bürgerl. Kaufmannsfamilie und studierte 1893-1904 mit Unterbruch in Bern. Nach der zweiten Scheidung 1916 zog sie nach Zürich, wo sie in der Buchhandlung der Sozialist. Jugend arbeitete. Im Sommer 1919 wirkte sie auf der Redaktion des Basler "Vorwärts" mit. G. gehörte dem linken Flügel der SP an und gründete 1921 die Kommunist. Partei der Schweiz mit. Sie war Schweizer Delegierte am 3. Kongress der Komintern 1921 in Moskau. Im Lauf der 1920er Jahre fuhr sie wiederholt in die Sowjetunion und 1930-31 hielt sie sich dort als Mitarbeiterin der Editionsabteilung der Komintern auf. Im selben Zeitraum setzte sie auch ihre Mitarbeit beim "Vorwärts" fort. Sie schrieb in pointierter und iron. Weise u.a. über Frauenfragen und den Marxismus, verfasste Theaterkritiken sowie Rezensionen und zeichnete sich 1921-26 für die literar. Beilage "Der Weggefährte" verantwortlich. Zu Beginn der 1930er Jahre äusserte sie sich kritisch über die Sowjetunion, blieb aber ein loyales Parteimitglied. 1943 trat sie wieder zur SP über.


Literatur
– B. Studer, «Rosa G. (1875-1955)», in Auf den Spuren weibl. Vergangenheit, 1988, 183-198
– B. Studer, Un parti sous influence, 1994
– B. Studer, Sous l'œil de Moscou, 1996
– C. Arni, Entzweiungen, 2004

Autorin/Autor: Brigitte Studer