04/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Arconciel (Gemeinde)

Polit. Gem. FR, Bez. Saane. Oberhalb des ma. Fleckens terrassenartig angelegtes Dorf. 1082 castrum Arconciacum, dt. früher Ergenzach. 1811 259 Einw.; 1850 285; 1900 392; 1950 378; 1970 326; 2000 656. Archäolog. erfasst sind Funde aus der Bronzezeit, darunter ein Rixheim-Schwert aus der beginnenden Spätbronzezeit, sowie röm. Gutshöfe. 1991 wurde ein bedeutendes Gräberfeld aus dem 1.-4. Jh. entdeckt. Im MA war A. als Marktflecken (Stadtrecht 1271) mit einer Burg das Zentrum der bedeutenden Herrschaft A.-Illens. Reste von Flecken und Burg sind gut zu erkennen. 1484 wurde A. der Alten Landschaft eingegliedert, 1798 dem helvet. Distrikt La Roche, 1803 dem Bez. Freiburg, 1848 dem Bez. Saane. 1148 ist erstmals ein Pfarrer erwähnt. Die Pfarrkirche St. Jakob (12. Jh.) wurde 1558 nach einem Brand sowie 1784-89 neu erbaut, der Pont de la Tuffière über die Saane 1835. Bis ins ausgehende 20. Jh. dominierten Viehzucht und Milchwirtschaft (Käserei). Daneben wurden zwei Kiesgruben ausgebeutet. Die Ortsplanung von 1975 sieht eine Entwicklung zur Wohngem. vor. 1990 zählten 42% der in A. Erwerbstätigen zum 1. Sektor, der Wegpendleranteil (Grossraum Freiburg) betrug 78%.


Literatur
– «A., une commune au destin résidentiel», in Fribourg illustré, 1986, Nr. 11, 35-41
– P.-A. Vauthey, «La nécropole romaine d'A.», in ArS 15, 1992, 83-85

Autorin/Autor: Marianne Rolle / KMG