Gumefens

Ehemalige politische Gemeinde FR, Bezirk Greyerz, seit 2003 mit Avry-devant-Pont und Le Bry Teil der neuen Gemeinde Pont-en-Ogoz. Am linken Ufer des Greyerzer Sees am Rande der Kantonsstrasse Bulle-Freiburg gelegen. 1298 Gugmufens, 1307 Gumuffens. 1800 215 Einw.; 1850 396; 1900 467; 1950 367; 2000 652. In G. wurden auf den Fluren Pra-Perrey und Sus-Fey zwei reiche Grabanlagen aus der frühen und mittleren La Tène-Zeit entdeckt, sowohl Kriegergräber mit Waffen (Schwert, Lanze) als auch Frauengräber mit Schmuckgegenständen (Fibeln, Ringe, Armreife aus Eisen, Bronze und Glas). Hinweis auf galloroman. Niederlassung in Villarvassaux. Friedhof aus dem FrühMA in Sus-Fey. 1263 erhielt Peter II. von Savoyen von Ulrich de Vuippens das Gebiet G., mit dem er die Everdes-Vuippens belehnte. 1325 unterstand G. der Herrschaft Vuippens, war 1549-1798 Teil der Vogtei Vuippens, 1798-1848 des Bez. Farvagny und kam schliesslich zum Bez. Greyerz. Die 1618 erbaute, Johannes dem Täufer geweihte Kapelle gehört zur Pfarrei Avry-devant-Pont. Nach der Eröffnung der Autobahn A12 1979 wurde das Strassennetz des Dorfes ausgebaut, neue Unternehmen (Elektro- und Bauunternehmen, Schreinerei und Tischlerei) siedelten sich an, und eine Entwicklung zum Wohn- und Tourismusort setzte ein. Auf dem Gebiet von G., das der Société de développement du lac de la Gruyère angeschlossen ist, befindet sich am Ufer des Greyerzersees einer der fünf Campingplätze im Süden des Kt. Freiburg. Die vormals ländl. Gemeinde zählte zu Beginn des 21. Jh. nur noch wenige Bauernfamilien (Schweinezucht). Mehr als die Hälfte der in G. Erwerbstätigen war im Dienstleistungssektor beschäftigt.


Literatur
– H. Schwab, RN 12 et archéologie, 1981, 15-20
– A. Dupraz, G., 1984

Autorin/Autor: Alain-Jacques Czouz-Tornare / EB