Grandvillard

Polit. Gem. FR, Bez. Greyerz. Mehrstrassendorf im Intyamon-Tal. 1228 Vilar, 1309 Vilar retro Grueriam, 1457 communitas Magni Villari retro Grueriam; dt. früher Gross-, Langwiler. 1811 407 Einw.; 1831 394; 1850 419; 1900 566; 1930 484; 1950 547; 1980 506; 2000 605. Hallstatt-Tumuli sowie röm. und frühma. Funde in La Porta. Im SpätMA gehörte G. zur Kastlanei Montsalvens. Die Bewohner von G. kauften sich 1388 vom Todfall (Erbschaftssteuer) los und erhielten 1462 das Recht, ihren Gemeindeammann zu wählen. Während der Burgunderkriege kämpften sie auf eidg. Seite. Ab 1555 gehörte G. zur Vogtei Greyerz und wurde 1798 dem gleichnamigen Bezirk zugeteilt. Kirchlich war G. zunächst Teil der Pfarrei Broc. 1228 wird es erstmals als selbstständige Pfarrei erwähnt. Die Pfarrkirche wurde 1937 neu erbaut. Der Dorfkern mit schönen Greyerzer Steinbauten stammt aus dem späten 16. und dem 17. Jh. Vom SpätMA an sind in G. Mühlen, Sägereien und Gerbereien belegt. Die Bevölkerung lebte v.a. von der Land- und Viehwirtschaft sowie von der Käseherstellung. Seit 1974 Kiesausbeutung, 2003 noch 12 landwirtschaftl. Betriebe, Kleingewerbe (Holzverarbeitung).


Literatur
– J.-H. Thorin, Notice historique sur G., 1878
– L. Dafflon et al., «G./Fin de la Porta: un morceau de Gruyère à travers les âges», in Freiburger H. für Archäologie 3, 2001, 30-39
– J.-P. Anderegg, Freiburger Kulturlandschaften, 2002, 27

Autorin/Autor: Eveline Seewer