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Häberlin, Paul

geboren 17.2.1878 Kesswil,gestorben 29.9.1960 Basel, ref., von Kesswil. Sohn des Jakob, Lehrers, und der Pauline geb. Bär. ∞ 1905 Paula Baruch. H. besuchte in den 1890er Jahren die Frauenfelder Kantonsschule und widmete sich anschliessend dem Stud. der Philosophie und Theologie in Göttingen, Berlin und Basel. 1900 bestand er an der Univ. Basel das theol. Staatsexamen. Danach war er als Hauslehrer in Paderborn und Bremen tätig, bis er 1903 nach Basel zurückkehrte. Mit einer Dissertation über Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher wurde er im Fach Philosophie promoviert. Nachdem er das Diplom für Kandidaten des Lehramts erworben hatte, arbeitete er als Lehrer an der unteren Realschule in Basel. 1904 wurde er völlig überraschend als 26-Jähriger zum Seminardirektor in Kreuzlingen berufen. 1908 habilitierte er sich über Herbert Spencers "Grundlagen der Philosophie" an der Univ. Basel. Der Rücktritt als Seminardirektor erfolgte 1909 weitgehend als Folge eines Streits, der aufgrund des Widerstands des Lehrerkollegiums gegenüber H.s Reformvorschlägen entbrannt war. H. wirkte danach 1909-14 als PD für Philosophie an der Basler Universität, 1914-22 als Prof. für Philosophie in Bern und anschliessend bis 1944 in derselben Funktion wiederum in Basel. Rufe als Nachfolger des Philosophen Rudolf Eucken oder des Pädagogen Wilhelm Rein in Jena lehnte er ab. In seinen Schriften widmete er sich grundsätzl. Fragen der Ästhetik, der Philosophie, der Psychologie, der Pädagogik und der Theologie.


Werke
Wege und Irrwege der Erziehung, 1918 (31931)
Allg. Aesthetik, 1929
Leitfaden der Psychologie, 1937 (31949)
Handbüchlein der Philosophie, 1949
Allg. Pädagogik in Kürze, 1953 (21984)
Literatur
– J.C. Piguet, Paul Haeberlin et l'idée de "chemin", 1958
– P. Kamm, Paul H., 2 Bde., 1977-81

Autorin/Autor: Hans-Ulrich Grunder