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Daguet, Alexandre

getauft 14.3.1816 Freiburg,gestorben 20.5.1894 Couvet, kath., von Freiburg. Sohn des Nicolas, Glasers und Weibels, und der Françoise geb. Broillet. ∞ 1844 Marie Marguerite Eléonore Favrot, Tochter des Alexandre Noël, Präs. des Zivilgerichts von Pruntrut, Abgeordneten im Berner Grossrat. Durch Heirat Neffe von Auguste Quiquerez sowie Schwager von Xavier Kohler und Alexandre Favrot. Stud. in Freiburg. Schüler von Pater Gregor Girard, über den er eine Studie verfasste. Wegen seiner radikalen Ideen wurde D. sowohl bewundert als auch angegriffen. 1837-43 war er Lehrer an der Mittelschule von Freiburg, 1843-48 Direktor am Lehrerseminar in Pruntrut, 1848-56 an der Kantonsschule Freiburg, ab 1857 an der Mädchen-Sekundarschule Freiburg, schliesslich von 1866 bis zu seinem Tod Professor für Geschichte und Archäologie an der Akad. von Neuenburg. Er war daneben Redaktor der Zeitschrift "L'Educateur" und schrieb für die meisten polit. Zeitungen der Westschweiz. Ausserdem verfasste er ein Erziehungshandbuch. Die Société d'histoire de la Suisse romande und mehrere kant. historische Vereine wurden von ihm mitbegründet. Mitglied der Geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz. In Freiburg galt D. als Seele der liberalen intellektuellen Bewegung. 1849-57 radikaler Abgeordneter im Freiburger Grossrat. Ritter des St.-Mauritius-und-Lazarus-Ordens. Dr. h.c. der Univ. Bern.


Werke
Histoire de la Confédération suisse à l'usage des écoles et des familles, (mehrere Aufl., in versch. Sprachen übersetzt)
Literatur
– A. Schorderet, «Alexandre D. et son temps», in Ann. frib. 9, 1921, 1-4, 49-86
– L.-E. Roulet, «Alexandre D.», in Passé pluriel, 1991, 447-462

Autorin/Autor: François Noirjean / AW