• <b>Petrus Canisius</b><br>Stich von  Dominicus Custos,   1599  © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg.
  • <b>Petrus Canisius</b><br>Die Predigt des Petrus Canisius. Ölhaltiges Bindemittel auf Leinwand, um 1635  © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg. Vor der Stadt Freiburg wendet sich der Jesuitenpater an die versammelte Menge: Vorn erkennt man die Vertreter der Kirche, den Papst (vermutlich Gregor XIII., der bei der Gründung des Jesuitenkollegiums in Freiburg eine wichtige Rolle spielte) und Kardinal Karl Borromäus, weiter hinten die weltlichen Mächte, angeführt vom Kaiser. Die Freiburger Ratsherren, umringt von Jesuiten und Kollegiumsschülern, sind in der Bildmitte platziert.

No 1

Canisius, Petrus

geboren 8.5.1521 (Pieter Kanijs) Nijmegen, gestorben 21.12.1597 Freiburg, kath. Als Sohn des Bürgermeisters Jakob Kanijs in der Freien Reichsstadt Nijmegen aufgewachsen, studierte er in Köln Philosophie und Theologie und wurde durch die Devotio moderna religiös geprägt. 1543 trat C. in die Gesellschaft Jesu ein und wurde 1546 in Köln zum Priester geweiht. Papst Paul III. gab ihm 1549 die Sendung ins Dt. Reich, wo er während 30 Jahren zum stärksten Förderer der kath. Reform wurde. Er wirkte als eifriger Prediger (im Nachlass 12'000 Seiten Entwürfe) und verfasste drei Katechismen für die versch. Altersstufen. Er reorganisierte die Univ. Ingolstadt und Wien, gründete und förderte eine Reihe von Kollegien und leitete 1556-69 als erster Provinzial die Oberdt. Provinz seines Ordens. C. war ein gefragter Berater von Bischöfen und Fürsten im Dienst der Kirchenreform. Der Provinzial Paul Hoffäus sandte ihn 1580 zur Gründung eines Kollegs nach Freiburg. Nach der Eröffnung der Schule 1582 widmete sich C. ganz der Seelsorge. Er wirkte bis 1588 als Prediger, errichtete vier Marian. Kongregationen, verfasste eine Reihe religiöser Bücher, so 1585 das Gebet- und Lebensbuch "Manuale Catholicorum", volkstüml. Biografien von Schweizer Heiligen, zwei Bände "Notae in evangelicas lectiones", in denen er für die Prediger die Sonn- und Festtagsevangelien auslegte und mit Tausenden von Verweisen auf Bibeltexte noch einmal seine profunde Kenntnis der Hl. Schrift bezeugte. Von C.s Tätigkeit als Berater zeugen Gespräche und ein reicher Briefwechsel. Geschwächt durch einen 1591 erlittenen Schlaganfall starb er 1597, vom Volk wegen seiner Frömmigkeit und seines apostol. Eifers als Heiliger verehrt. Der in der Kollegiumskirche St. Michael begrabene C. wurde 1925 durch Papst Pius XI. heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben (Fest am 27. April). Über seinen Tod hinaus wirkte C. durch seine in zwölf Sprachen übersetzte Katechismen, die 200 Auflagen erlebten und bis ins 19. Jh. die führenden Glaubensbücher der kath. Christenheit blieben.

<b>Petrus Canisius</b><br>Stich von  Dominicus Custos,   1599  © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg.<BR/>
Stich von Dominicus Custos, 1599 © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg.
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<b>Petrus Canisius</b><br>Die Predigt des Petrus Canisius. Ölhaltiges Bindemittel auf Leinwand, um 1635  © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg.<BR/>Vor der Stadt Freiburg wendet sich der Jesuitenpater an die versammelte Menge: Vorn erkennt man die Vertreter der Kirche, den Papst (vermutlich Gregor XIII., der bei der Gründung des Jesuitenkollegiums in Freiburg eine wichtige Rolle spielte) und Kardinal Karl Borromäus, weiter hinten die weltlichen Mächte, angeführt vom Kaiser. Die Freiburger Ratsherren, umringt von Jesuiten und Kollegiumsschülern, sind in der Bildmitte platziert.<BR/>
Die Predigt des Petrus Canisius. Ölhaltiges Bindemittel auf Leinwand, um 1635 © Museum für Kunst und Geschichte Freiburg.
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Literatur
HS VII, 80-82
Petrus Kanisius, hg. von J. Bruhin, 1980
Petrus C. 1597-1997, Ausstellungskat. Freiburg, 1997

Autorin/Autor: Josef Stierli