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Mettmenstetten

Polit. Gem. ZH, Bez. Affoltern, umfasst das gleichnamige Dorf mit den beiden Kernen Ober- und Untermettmenstetten sowie die Gemeindeteile Dachlissen, Eigi, Grossholz, Herferswil, Hübscheren, Rossau und Wissenbach. 1116 Metemunstat. 1836 1'405 Einw.; 1850 1'450; 1900 1'396; 1950 1'710; 2000 3'724. Röm. Villa sowie vorröm. und frühma. Gräber. Im 12. und 13. Jh. verfügte das Kloster Murbach-Luzern in Dachlissen über Grundbesitz, das Kloster Engelberg in Rossau und Obermettmenstetten sowie das Stift Beromünster und die Klöster Pfäfers und Kappel in Ober- und Untermettmenstetten. Das Hochgericht über M. gehörte bis 1415 Habsburg-Österreich, dann der Stadt Zürich. Auf unterer Stufe wurden bis 1798 Ober- und Untermettmenstetten sowie Herferswil getrennt verwaltet. Obermettmenstetten befand sich vom 13. Jh. an in Besitz von oft in Zürich verburgerten Adligen aus der Region und wurde 1512 in die Landvogtei Knonau eingegliedert. Wahrscheinlich 1309 entriss Habsburg-Österreich den Herren von Schnabelburg-Eschenbach die Vogtrechte über Untermettmenstetten, verloren sie aber 1415 an Zürich. Daneben hatte das Kloster Engelberg teilweise niedergerichtl. Kompetenzen in Obermettmenstetten und Rossau.

Die bestehende, spätgot. Kirche Peter und Paul von 1520 ging aus einem frühma. Vorgängerbau hervor. 1243 wechselten die Patronatsrechte der Pfarrei M. vom Kloster Murbach zum Bf. von Konstanz; 1459 wurden sie dem Domstift Konstanz inkorporiert. 1527 erwarben drei Bauern Kirchensatz und Zehnten von M. Zwei Jahre später veräusserten sie beides an den Zürcher Rat. Bis zur Reformation gehörte M. zum Dekanat Cham, nachher zum Freiamtskapitel.

In der Kirche von M. versammelte sich vom 15. Jh. bis 1798 die Freiamtsgemeinde aus der Landvogtei Knonau. In der Helvetik war M. Hauptort des gleichnamigen Distrikts. Die Gem. Obermettmenstetten, Untermettmenstetten, Rossau, Dachlissen und Herferswil, die vor 1798 selbstständig gewesen waren, bestanden im 19. Jh. als Zivilgemeinden weiter, bis 1895 Ober- und Untermettmenstetten vereinigt und 1929 sämtl. Zivilgemeinden aufgehoben wurden. Nach heftigen Auseinandersetzungen teilten die Dorfgenossen von Obermettmenstetten 1800 ihr Weideland auf, schieden 1837 den Waldnutzen von den Gemeindegütern und überschrieben ihn der heute noch bestehenden Waldkorporation. 1787 zählte Obermettmenstetten 193 Baumwollspinner. 1836 wurde in M. in rund 200 Haushaltungen Seidenweberei, Seidenwinderei oder andere textile Heimarbeit ausgeübt. 1827 eröffnete M. die erste Sekundarschule im Kanton. 1864 wurde der Krankenunterstützungsverein für das Handwerk und 1889 die Wasserversorgungsgesellschaft gegründet. 1956 legte M. in einer Gesamtmelioration gemeindeeigenes Land für öffentl. Bauvorhaben zusammen und schied Industrieland aus. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Zürich-Affoltern am Albis-Luzern 1864 entstand das Stationsquartier. Der weitere Ausbau der Siedlung erfolgte den Verkehrsachsen entlang und liess bis um 1950 Ober- und Untermettmenstetten zusammenwachsen. 2005 stellte der 1. Sektor einen Achtel der Arbeitsplätze.


Literatur
– E. Brunner, Das Gemeinwerch der Dorfgenossen von Obermettmenstetten vom Beginn der Neuzeit bis zu seiner Auflösung im 19. Jh., 1984
– E. Brunner, Grossholz (Gem. M.), 1986
– J. Irminger, M. und das obere Knonaueramt im Jahr 1789, Ms., 1987, (ZBZ)
Knonaueramt, 1987

Autorin/Autor: Martin Illi