• <b>Schlacht an der Beresina</b><br>Eine Version des Beresinaliedes, veröffentlicht mit einer Zeichnung von   Rudolf Münger  in   Otto von Greyerz'  Volksliedersammlung "Im Röseligarte", Band 3, 1910, 42 (Schweizerische Nationalbibliothek).

Beresina, Schlacht an der

Beim Rückzug aus Russland erreichte Napoleon I., von drei russ. Armeen umzingelt, am 21.11.1812 das Ostufer der B., eines Nebenflusses des Dnjepr. Die Grosse Armee war von 500'000 Mann auf nur 49'000 Frontsoldaten und 40'000 Nachzügler zusammengeschmolzen. Das 2. Korps von General Nicolas-Charles Oudinot umfasste die vier Schweizerregimenter der Division Merle, von der ca. 1'300 von 8'000 Mann übrig geblieben waren. Die Pontoniere des Generals Jean-Baptiste Eblé schlugen zwei Brücken auf, eine für die Infanterie, die andere für die Gespanne und die Artillerie. Am 27. Nov. setzte das 2. Korps über und bezog auf dem Westufer der B. Stellung, um die Russen zurückzuschlagen, die das Übersetzen zu verhindern suchten. Am Morgen des 28. Nov. stellten sich die Schweizer an der Strasse nach Borissow und im Wald von Stachow dem Kampf. Die Russen griffen die Vorposten an und bedrängten die Schweizer Division, während sibir. Schützen sie in den Fluss zu werfen versuchten. Mangels Munition unternahmen die Schweizer Bajonettangriffe und ermöglichten so den Divisionen Legrand und Maison, wieder die Oberhand zu gewinnen. Am Nachmittag gingen 40'000 Russen gegen die Truppen von Ney vor, der den verletzten Oudinot ersetzt hatte. Nach acht Schweizer Bajonettvorstössen schienen die zuvor in immer grösserer Zahl nachsetzenden Russen ihr Vorhaben aufgegeben zu haben. Die Artillerie setzte aber ihr zerstörer. Werk fort. Obschon hunderte von Toten und Verletzten herumlagen, waren die Reste der Grossen Armee am 29. Nov. dank der Pontontruppen und dem 2. Armeekorps vor der völligen Zerschlagung bewahrt worden. Nur 300 Schweizer traten zum Appell an. Das Lieblingslied des Oberleutnants Thomas Legler (1782-1835), "Die Nachtreise" (von Ludwig Giseke 1792, Musik von Friedrich Wilke), das jener am 28. Nov. angestimmt hatte, war im 19. Jh. fast in Vergessenheit geraten. Dank Otto von Greyerz und Gonzague de Reynold wurde es als "Beresinalied" zum Symbol des Opfergangs der Schweizer. 1912-46 wurde es in mehrere Sprachen übersetzt.

<b>Schlacht an der Beresina</b><br>Eine Version des Beresinaliedes, veröffentlicht mit einer Zeichnung von   Rudolf Münger  in   Otto von Greyerz'  Volksliedersammlung "Im Röseligarte", Band 3, 1910, 42 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Eine Version des Beresinaliedes, veröffentlicht mit einer Zeichnung von Rudolf Münger in Otto von Greyerz' Volksliedersammlung "Im Röseligarte", Band 3, 1910, 42 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
– M. Wetterwald, «Der Text des Beresinaliedes und seine Übers.», in SAVk 51, 1955, 213-242
– H.-R. Kurz, «B. (28.11.1812)», in Cahiers d'histoire et de prospective militaires, Nr. 3, 1971
– J. Stüssi, K.H. Streiter «B.», in ASMZ, 1983, Nr. 3, 131-134

Autorin/Autor: Dominic Pedrazzini / EB