Löffelbund

Der L. (franz. Confrérie de la Cuiller) wurde im Okt. 1527 von Adligen des Waadtlands, des Faucigny, der Bresse und der Freigrafschaft im Schloss von Bursinel gegründet mit dem Ziel, Genf unter die Herrschaft des Hzg. von Savoyen zu bringen. Die Mitglieder mussten Untertanen des Herzogs sein und führten einen goldenen oder silbernen Löffel als Emblem. Die wichtigsten Mitglieder waren der erste Anführer François de Pontverre, der im Jan. 1529 in Genf umgebracht wurde, sowie seine Nachfolger Henri de Cojonnex und Michel Mangerot. Mit Unterstützung des Hzg. von Savoyen und des Bf. von Genf misshandelten die Ritter des L.s die Genfer, die ihnen über den Weg liefen, sperrten sie ein oder brachten sie um, plünderten und brandschatzten ihre Besitzungen und sperrten den Zugang zur Stadt. Mehrere Versuche, Genf zu erobern, schlugen hingegen fehl, so die sog. Nacht der Leitern (nuit des échelles) vom 24. März 1529 und die Belagerung vom Okt. 1530, die nach drei Tagen abgebrochen wurde, als die Verstärkungen aus Bern, Freiburg und Solothurn anrückten und die Burgen der Belagerer in Brand steckten, währenddem die Genfer den Rittern in Meyrin eine Niederlage zufügten. Die Feindseligkeiten zogen sich bis Ende 1535 hin. Als die Ritter des L.s vom Hzg. von Savoyen im Stich gelassen wurden und 1536 der Eroberung der Waadt durch die Berner machtlos gegenüberstanden, gaben sie auf und entliessen ihre Truppen.


Quellen
Registres du Conseil de Genève, 11-13, 1931-40
Mémoires de Pierrefleur, hg. von G. de Pierrefleur, L. Junod, 1933
Literatur
– H. Naef, Les origines de la Réforme à Genève, 2 Bde., 1936-68

Autorin/Autor: Catherine Santschi / MS