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Murten, Schlacht bei

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Am 22. Juni 1476 besiegten die Eidgenossen und ihre Bündnispartner Karl den Kühnen, Hzg. von Burgund, in der Schlacht bei M. (Burgunderkriege). Nach der eidg. Unterstützung des oberdt. Aufstands gegen die burgund. Besatzer und Überfällen in der Waadt wandte sich Karl gegen die Eidgenossen, welche seit dem Abschluss der Ewigen Richtung mit Habsburg (1474) frei für den Krieg gegen Burgund waren. Als Revanche für die Niederlage in der Schlacht bei Grandson belagerte Karl M., worauf Bern die Eidgenossen erneut zur Verteidigung aufrief. Bei M. trafen zwei über 20'000 Mann starke Heere (inklusive Tross) aufeinander: Das burgund. Heer war ein modernes stehendes Heer, das eidgenössische ein rasch zusammengezogenes Aufgebot mit ca. 1'100 Reitern aus Österreich, Lothringen, Bern und den eidg. Orten als Unterstützung. Die Eidgenossen formierten sich in widerstandsfähigen Gewalthaufen, in denen die Träger der Langspiesse die Halbardiere umschlossen. Durch Helme vor Pfeilbeschuss geschützt, konnte den dichten Reihen auch die Reiterei und die in Feldschlachten noch nicht entscheidende Artillerie nichts anhaben. Das - vielleicht in takt. Hinsicht unterlegene - burgund. Heer wurde durch den Angriff im Lager überrascht, da Karl alle Warnungen ignorierte. Die Eidgenossen überwanden den schlecht bestückten Grünhag, die burgund. Palisadenbefestigung, rasch und widerstanden Angriffen der nachrückenden Kontingente. Das in Panik versetzte burgund. Heer wurde vollständig zerschlagen. Mit dem Sieg in der Entscheidungsschlacht der Burgunderkriege leiteten die Eidgenossen den Untergang des burgund. Reichs ein. Die Eidgenossenschaft etablierte sich dank der Überlegenheit der Fusstruppen als europ. Militärmacht und festigte sich als eigenständiges Staatswesen.


Literatur
Die Murtenschlacht, 1976
– G. Himmelsbach, «"Je l'ay emprins - ich hab's versucht", M., 22. Juni 1476», in Schlachten der Weltgesch., hg. von S. Förster et al., 2001, 109-122

Autorin/Autor: Christian Folini