Pragelpass

Übergang vom Klöntal ins Muotatal auf 1548 m. 1603 Bragell. Der P. diente schon im Altertum als Verkehrsweg. 1352 sind Schiedsgerichtsverhandlungen zwischen Glarnern und Schwyzern auf der Passhöhe bezeugt. Später verschob sich die Landesgrenze zugunsten von Schwyz über die Wasserscheide hinweg nach Osten. 1799 überschritten die russ. Armee unter General Alexander Suworow sowie weitere Truppenverbände den P. Die 1766, 1874, 1875 und 1908 unternommenen Anläufe zum Bau einer Strassenverbindung ins Muotatal scheiterten, 1911 auch das Projekt einer Schmalspurbahn. 1939 stimmten die eidg. Räte der Subventionierung einer Güterstrasse zu, worauf 1940 das Glarner und 1978 mit Hilfe der Armee das Schwyzer Teilstück fertiggestellt wurden. Differenzen entstanden zwischen Glarus und dem Bez. Schwyz wegen eines vom Glarner Regierungsrat 1978 in Kraft gesetzten Wochenendfahrverbots, das 1981 vom Bundesgericht geschützt wurde. Die Kapelle auf der Passhöhe stammt von 1969. Seit 1964 wird der Pragellauf, seit 1979 das Pragelschiessen durchgeführt. Der P. ist für den regionalen Wandertourismus von Bedeutung.


Literatur
– J. Winteler, Glarus, 1961, 58
– E. Blumer, «GP [Gebirgspass] 9», in Neujahrsbote für das Glarner Hinterland 1990, 105

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach