Givrine, Col de la

Jurapass (1228 m), von Nyon nach Les Rousses (franz. Jura) führend, auch Col de Saint-Cergue genannt. Der Pass gehört zur alten Strasse, die bereits im MA Ostfrankreich (Burgund, Franche-Comté) mit dem Genfer Seebecken, Genf und Italien verband. 1299 erhielt Humbert de Thoire-Villars vom Abt von Saint-Claude am Eingang von Saint-Cergue ein Stück Land, um eine Burg zu errichten. Nach der Reformation behinderten Grenzstreitigkeiten zwischen Bern und der Freigrafschaft Burgund den Verkehr. Der G. sank nach dem Bau der bereits im 18. Jh. geplanten Strasse über den Col de la Faucille zu Beginn des 19. Jh. zu einer rein regionalen Verbindung ab, die v.a. für den Holztransport in Richtung Genf wichtig war. Ab 1763 bzw. 1769 liess die Berner Obrigkeit die Strasse durch flacheres Gelände führen (Pflastersteine heute noch sichtbar). Sie wurde bis zur Errichtung der heutigen Strasse (1828-52) als Verkehrsweg benutzt. Seit 1916 bedient eine Eisenbahn die Region, die hauptsächlich vom Wintertourismus lebt.


Literatur
– B. Flouck, «Nyon, Genève et le chemin de Bourgogne», in Paysages découverts 2, 1993, 91-111

Autorin/Autor: Germain Hausmann / MD