Scalettapass

Bündner Übergang (2606 m), der Davos über Dürrboden im Dischmatal mit der Alp Funtauna im Val Susauna und schliesslich mit S-chanf im Engadin verbindet. Rätorom. Cuolm S-chaletta. Der Name Scaletta (kleine Treppe) weist auf die treppenförmigen Wegabschnitte südlich der Passhöhe hin. Der S. bildete im MA den mittleren Teil einer inneralpinen Verbindung von lokal-regionaler Bedeutung von Chur über den Strelapass nach Davos und von S-chanf über den Pass Chaschauna nach Livigno und Bormio im Veltlin. Insbesondere die Davoser benutzten diese Route für den Export ihrer Produkte aus der Viehwirtschaft und den Import von Wein und Korn. Ihre Säumerordnung von 1596 nennt an erster Stelle den Weg "gen Veltlin über Scaletta". Das Offenhalten (ruttnern) des S.es war im Winter aufwendig. Wiederholt begruben Lawinen Menschen und Tiere unter sich. Mit dem Ausbau des Flüelapasses 1868 zu einer fahrbaren Strasse hörte der Säumerverkehr am S. auf. Das um 1890 vorgestellte Projekt einer Adhäsionsbahn von Landquart über Davos, Samedan und Maloja nach Chiavenna, das einen Tunnel unter dem S. vorsah, wurde nicht verwirklicht.


Literatur
– K. Wetzel, Die Scalettabahn, 1890
– A. Laely, Davoser Heimatkunde, 1952 (21984), 26 f.
– F. Schaffer, «Mit Säumern über den Scaletta ins Veltlin», in Terra Grischuna, 1984, Nr. 3, 12-15

Autorin/Autor: Martin Bundi