• <b>Jungfrau</b><br>Touristischer Faltprospekt, gestaltet vom österreichischen Maler  Anton Reckziegel,   veröffentlicht vom Grafikatelier Hubacher & Biedermann in Bern, 1898 (Mémoires d'Ici, Saint-Imier, Fonds Albert et Marguerite Gobat). Der Prospekt, der zur Eröffnung des Streckenabschnitts der Jungfraubahn von der Scheidegg zum Gletscher erschien, nahm die weitere Streckenführung vorweg, die jedoch 1911 verändert wurde. Aus finanziellen und technischen Gründen wurde sowohl auf die Station beim Mönch verzichtet wie auch auf den Fahrstuhl, der auf den Gipfel der Jungfrau hätte führen sollen. Die höchste Station der 1912 vollendeten Linie liegt auf 3454 Meter beim Jungfraujoch.

Jungfrau

Die J. ist mit 4'158 m der dritthöchste Gipfel der Berner Alpen und zugleich der höchste Punkt des berühmten Dreigestirns Eiger, Mönch und J. Ausserdem war die J. der erste Viertausender der Schweizer Alpen, den Menschen bestiegen haben. Johann Rudolf Meyer und sein Bruder Hieronymus sowie die Walliser Gemsjäger Alois Volker und Joseph Bortis erreichten den Gipfel vom Jungfraufirn über den Rottalsattel am 3.8.1811 (heutige Normalroute). 1812 wiederholten Volker und Bortis mit Gottlieb Meyer, Johann Rudolfs Sohn, die Tour. Kein anderer Berg der Welt hat vom Ende des 18. Jh. bis zum Anfang des 20. Jh. die Schreib- und Mallust reisender und bergsteigender Männer so entfacht wie die "Göttin", "heilige Priesterin" und "grosse Titanin" im Berner Oberland. Das Drama "Manfred" (1817) des Engländers George Byron spielt am Fuss der J. und warb für die Schweiz wie Schillers "Wilhelm Tell". Seit dem 13.12.2001 ist die J. Teil des Unesco-Weltnaturerbes J.-Aletsch-Bietschhorn, das erste Alpengebiet auf der prestigeträchtigen Liste.

Zwischen J. und Mönch liegt auf 3'471 m Höhe das Jungfraujoch. Als Übergang hat es keinerlei Bedeutung. 1896-1912 baute der Zürcher Industrielle Adolf Guyer-Zeller die geplante Jungfraubahn, welche die Wengernalpbahn über die Kleine Scheidegg weiterführt. Die 9,3 km lange, von Anfang an elektr. Zahnradbahnstrecke verläuft auf 7,1 km im Innern von Eiger und Mönch. 1898 wurde die Station Eigergletscher, 1903 die Station Eigerwand, 1905 die Station Eismeer und am 1.8.1912 die Station Jungfraujoch (3454 m) eröffnet. Das letzte Stück auf den Gipfel der J. wurde während des 1. Weltkriegs u.a. wegen Finanzknappheit nicht ausgeführt. Heute besucht jährlich rund eine halbe Million Touristen den höchst gelegenen Bahnhof Europas mit seinem Bergrestaurant Top of Europe, Aussichtsterrasse auf dem Sphinxfelsen, Eispalast, Hundeschlittenbahn und Poststelle. Das Jungfraujoch ist ein beliebter Ausgangspunkt vieler klass. Berg- und Skihochtouren. Auf der Sphinx befindet sich seit 1937 das Observatorium der 1931 in Betrieb genommenen Hochalpinen Forschungsstation Jungfraujoch. Früher konzentrierten sich die Forschungen auf meteorolog., glaziolog. und physiolog.-medizin. Fragen, heute liegt das Schwergewicht auf Astronomie, Astrophysik und kosm. Strahlung.

<b>Jungfrau</b><br>Touristischer Faltprospekt, gestaltet vom österreichischen Maler  Anton Reckziegel,   veröffentlicht vom Grafikatelier Hubacher & Biedermann in Bern, 1898 (Mémoires d'Ici, Saint-Imier, Fonds Albert et Marguerite Gobat).<BR/>Der Prospekt, der zur Eröffnung des Streckenabschnitts der Jungfraubahn von der Scheidegg zum Gletscher erschien, nahm die weitere Streckenführung vorweg, die jedoch 1911 verändert wurde. Aus finanziellen und technischen Gründen wurde sowohl auf die Station beim Mönch verzichtet wie auch auf den Fahrstuhl, der auf den Gipfel der Jungfrau hätte führen sollen. Die höchste Station der 1912 vollendeten Linie liegt auf 3454 Meter beim Jungfraujoch.<BR/>
Touristischer Faltprospekt, gestaltet vom österreichischen Maler Anton Reckziegel, veröffentlicht vom Grafikatelier Hubacher & Biedermann in Bern, 1898 (Mémoires d'Ici, Saint-Imier, Fonds Albert et Marguerite Gobat).
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Literatur
– H.A. Michel, Die J., 1945
– H. Debrunner et al., 50 Jahre Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch, 1981
J., hg. von D. Anker, 1996
– P. Moser, "So wird die J. zur Demoiselle gemacht", 1997
Mönch, hg. von D. Anker, 2002

Autorin/Autor: Daniel Anker