27/08/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Eiger

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Das markante Bollwerk aus teilweise brüchigem Kalkgestein über Grindelwald gehört mit seinen 3970 m zwar nicht zu den höchsten Gipfeln der Berner Alpen, ist aber wegen seiner 1800 m hohen Nordwand der bekannteste. Der E. bildet mit Mönch und Jungfrau das Dreigestirn des Berner Oberlandes. 1252 mons Egere. Die Erstbesteigung des E.s erfolgte am 11.8.1858 über die Westflanke durch den Iren Charles Barrington und die Bergführer Christian Almer und Peter Bohren. Der Mittellegi-Grat, der damals als unbezwingbar galt, wurde 1885 erstmals im Abstieg und 1921 erstmals im Aufstieg begangen. Ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückte der E. wegen der dramat. Begehungsversuche der für Steinschlag und Wetterumstürze berüchtigten Nordwand. Im Juli 1938 glückte den Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg sowie den Österreichern Heinrich Harrer und Fritz Kasparek in vier Tagen der Durchstieg, was von den Nationalsozialisten propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Die Nordwand, die von 27 versch. Routen durchzogen wird, hat bis heute über 60 Todesopfer gefordert. Im Berginnern verläuft seit 1912 die Zahnradbahn, die von der Kleinen Scheidegg über die Zwischenstationen Eigerwand und Eismeer aufs Jungfraujoch führt.


Literatur
– H. Harrer, Die Weisse Spinne, 1958
– J. Olsen, Quatre hommes sur l'E., 1962 (21999, engl. 1962)
– T.M. Breuer, E. im Detail, 1983
– H. Harrer, Das Buch vom E., 1988 (21999)
– D. Anker, E., 1998 (32000)
– T. Ulrich, E.-Nordwand, 2003

Autorin/Autor: Daniel Anker