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Matterhorn

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Berg und Wahrzeichen von Zermatt VS, 4478 m. Franz. Mont Cervin, ital. Monte Cervino. Die Felsenpyramide aus Gneis überragt den schweiz.-ital. Grenzkamm um gut 1'000 m. An deren Nordfuss, auf der obersten Stufe des Mattertals, liegt der bedeutende Fremdenverkehrsort Zermatt, auf deren Südseite der ital. Touristenort Breuil-Cervinia im Valtournanche. Während im 16. Jh. die Namen Augstthalerberg oder Mons Sylvius von Aegidius Tschudi für die gesamte Gletscherwelt im Hintergrund der Vispertäler sowie für den Theodulpass gebraucht wurden, bezeichneten sie ab ca. 1740 nur noch das Matterhorn.

Dessen eigentliche Entdeckung fällt mit dem einsetzenden Alpinismus Mitte des 19. Jh. zusammen. Die Erstbesteigungen in den Vispertälern (Dom, Lyskamm usw.) wurden hauptsächlich von Mitgliedern des engl. Alpenclubs in Begleitung von einheim. Bergführern in Angriff genommen. Um die Erstbesteigung des M.s entspann sich ein Wettlauf zwischen zwei Gruppen, die den Berg von Italien bzw. von der Schweiz aus (Südwest- bzw. Nordostgrat) zu bezwingen trachteten. Am 14.7.1865 erreichte Letztere den Gipfel; die erfolgreiche Seilschaft bestand aus den Engländern Edward Whymper, Francis Douglas, Robert Hadow und Charles Hudson unter Führung von Michel Croz aus Chamonix sowie Peter Taugwalder aus Zermatt und seinem Sohn. Der Abstieg forderte vier Todesopfer, was eine gerichtl. Untersuchung über die Unfallursache nach sich zog. 1875 erfolgte die erste Winterbesteigung des M.s über den Hörnligrat unter der Leitung des ital. Bergführers Jean-Antoine Carrel. Die erste Alleinbegehung der Westwand schaffte 1929 der Wiener Fritz Herrmann, die Nordwand bezwangen erstmals 1931 die Gebrüder Franz und Toni Schmid aus München. Bis 1962 wurden alle vier Grate (Hörnli-, Lion-, Zmutt- und Furggengrat) und Wände des M.s erobert, 1969 gelang die Erstbegehung der Zmuttnase. Weitere Routen und Matterhornrekorde (u.a. erste Skibefahrung der Ostwand 1975, erste Snowboardabfahrt 1987) folgten. Im 20. Jh. zum nationalen Symbol geworden, erfuhr die markante Bergspitze eine weltweite Vermarktung: sie mutierte zum Werbeträger für unzählige Gebrauchsartikel (z.B. Schokolade, Kreditkarten). Nicht ausgeführt wurden die Pläne einer auf das M. führenden Strasse (1859), einer Bahn (1892) sowie zur Beleuchtung des Berges (1988). Der populäre Gipfel machte das Bergdorf Zermatt zum Bergsteigermekka und zu einem der berühmtesten Touristenorte der Schweiz (Tourismus). Das M. wird während einer Sommersaison von 1'000-1'500 Menschen erklommen (die Versuchsquote liegt bei ca. 2'500), die Tageshöchstzahl beträgt ca. 100-140 Besteigungen.


Literatur
– A. Julen, «Die Namen von Zermatt und seinen Bergen», in BWG 11/1, 1951, 3-58
– Y. Hostettler, M. Gipfel der Werbung, 1990 (franz. 1990)
– H. Taugwalder, M. Jaggi, Der Wahrheit näher, 1990
– B.P. Truffer, 125 Jahre Erstbesteigung M., 1990
– P. Borer, M., 1999

Autorin/Autor: Alma Treyer