Maggia (Fluss)

Fluss im Kt. Tessin von 56 km Länge, der am Pizzo Cristallina entspringt, die Täler Sambuco, Lavizzara und M. durchfliesst und in den Langensee mündet, wo er eine grosse, sich ständig ausdehnende Schwemmebene (Delta) bildet. Die wichtigsten Zuflüsse sind die Wildbäche Bavona und Rovana sowie der Fluss Melezza. Als Wildwasser unterliegt die M. raschen und starken Wasserstandsschwankungen. Sie ist nicht kanalisiert, obwohl das Ufer an vielen Stellen eingedämmt ist, v.a. dank den Arbeiten eines 1891-1930 tätigen Konsortiums zur Flusskorrektion. Immer wieder kommt es zu Überschwemmungen, zu denen in den vergangenen Jahrhunderten auch die intensiv betriebene Holzflösserei beitrug. Die verheerendsten waren jene von Cevio 1648 (52 Tote) und jene von 1868 (41 Tote). Eine 1815-16 errichtete Steinbrücke zwischen Losone und Solduno wurde kurz nach dem Bau von einer Überschwemmung z.T. zerstört und 1887 wieder aufgebaut. Die Überschwemmung von 1951 brachte die Eisenbrücke in Ponte Brolla zum Einsturz, jene von 1978 richtete erhebl. materielle Schäden an. 1949 bauten der Kt. Tessin und sechs Deutschschweizer Unternehmen gemeinsam die Maggia Kraftwerke AG (Ofima). Die Gesellschaft erhielt im gleichen Jahr die Konzession zur Nutzung der Wasserkraft bis 2035 bzw. 2048. Seit 1997 produziert ein Bauernhof an der Mündung der M. Reis.


Literatur
– A. Varini, Le arginature del fiume M., 1991
Ofima: Strom aus Wasserkraft, 2000
– N. Dutly-Bondietti, Proteggersi con le pietre: gli argini lungo il fiume M., 2003

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / PTO