30/10/2002 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Birs

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Fluss in den Kt. Bern, Jura, Solothurn und Basel-Landschaft, linksseitiger Zufluss des Rheins. Die B. (franz. Birse), der wichtigste Fluss des schweiz. Juras, entspringt beim Col de Pierre Pertuis auf 765 m, durchfliesst den Faltenjura durch eine Reihe von Klusen und mündet zwischen Basel und Birsfelden in den Rhein. Zwischen Liesberg und Grellingen fanden Archäologen mehrere paläo- und mesolith. Stationen. Obwohl der Fluss nicht schiffbar war, bildete das Tal der B., die ehemalige Römerstrasse über den Pierre Pertuis fortsetzend, eine wichtige, von mehreren Burgen geschützte Verkehrsachse, die mit dem Erwerb des Klosters Moutier-Grandval 999 durch den Bf. von Basel zum Rückgrat des alten Fürstbistums Basel wurde. 1444 war der Fluss Schauplatz der Schlacht bei St. Jakob an der B. Der 1103 erwähnte Fluss (in ripa Birse) war als Fischgrund, für das Flössen von Holz und für den Antrieb von Mühlen, Sägereien, Schmieden und Glashütten von Nutzen. Im 18. Jh. bildete die Strasse von Basel durch das Birstal nach Biel eine Attraktion für Touristen und Künstler. Die im 19. Jh. vorgenommenen Korrektionen verhinderten die zuvor häufig auftretenden Überschwemmungen. 1876 wurde mit der Eröffnung der Bahnlinie Basel-Biel die Entwickung zur Industrielandschaft (Papierfabrik von Grellingen 1861, Schappespinnerei) noch beschleunigt: Uhrenindustrie und Feinmechanik (Moutier, Tavannes), Giessereien (Ebene von Delsberg), Steinbrüche, Keramik, Nahrungsmittel- und Metallindustrie (Laufental und Birstal).


Literatur
– H. Schmassmann, Die Verunreinigung der B., 1963
Le canton du Jura de A à Z, 1991, 61-63
– R. Salathé, Die B., 2000

Autorin/Autor: François Kohler / MF