Orsonnens

Ehem. polit. Gem. FR, Glanebez., an der Flanke des Gibloux gelegen, seit 2001 mit Chavannes-sous-Orsonnens, Villargiroud und Villarsiviriaux Teil der polit. Gem. Villorsonnens. 1138 Orsenens, dt. früher Orsonning. 1811 231 Einw.; 1850 340; 1900 417; 1950 465; 1980 257; 2000 302. Grabhügel (Hallstatttumulus?), zahlreiche Bruchstücke von röm. Ziegeln. Im 12.-13. Jh. gehörte die Herrschaft O., ein Lehen der Freiherrschaft Pont-en-Ogoz, der Fam. de Pont. Danach stand sie unter savoy. Herrschaft. Im Krieg zwischen Savoyen und Habsburg wurde das Dorf 1448 von den Freiburgern angezündet. 1486 kaufte Freiburg O. und gliederte es in die neue Vogtei Farvagny ein. Die Herrschaft ging nacheinander an die Fam. Billens, Alex, Mayor de Lutry, die 1629 das Obere Schloss wieder aufbaute, später an die Montenach, die im 18. Jh. das Untere Schloss restaurierten, sowie an die Fam. Odet (Besitzer bis 1879). O. war 1798-1848 Teil des Bez. Farvagny. Die 1143 erw. Pfarrei O. umfasste Chavannes-sous-O. und Villargiroud. 1665 lösten sich Ferlens und Massonnens, 1869 Villarsiviriaux. Die Kollatur lag beim Bf. von Lausanne, beim Kapitel und 1551-1925 beim Stift Saint-Nicolas. Die Kirche Saint-Pierre wurde 1935-36 durch Fernand Dumas neu erbaut. 1891-1977 führten Ursulinen im Oberen Schloss die Hauswirtschaftsschule Sainte-Marie, seit 1979 beherbergt es das Kloster Notre-Dame de Fatima mit vietnames. Zisterziensern. 1975 wurde die Entziehungsanstalt Le Radeau eröffnet. Die 1965 errichtete Käserei (Fromagerie Moléson SA) wurde 1994 in ein regionales Milchverarbeitungszentrum umgewandelt, das 2006 von mehr als fünfzig Landwirten beliefert wurde und Spezialitäten der Region herstellte. Wichtigste Erwerbszweige waren Viehzucht sowie Futterpflanzen- und Getreideanbau.


Literatur
– H. de Schaller, «O.», in NEF 30, 1896, 53-59
– Dellion, Dict. 9, 56-85
– R. Chassot, Les prêtres d'O., 1908
L'Echo illustré, 15.9.1979
La Liberté, 31.12.1992
– M.-T. Torche-Julmy et al., «L'église d'O., son décor et sa restauration», in Patrimoine fribourgeois 15, 2003, 56-64

Autorin/Autor: Marianne Rolle / ASCH