Laupenkrieg

Der L. war eine mit Gewalt ausgetragene Auseinandersetzung zwischen der Stadt Bern und einer breiten Koalition ihrer Gegner. Bern hatte sich diese Opposition durch bedeutende Territorialisierungserfolge, die Verburgrechtung sog. Ausburger, die Konkurrenz zur Stadt Freiburg und die Weigerung, dem gebannten Ks. Ludwig zu huldigen, zugezogen. Zu den besagten Gegnern zählten neben Freiburg eine Vielzahl Adliger - darunter selbst die Gf. von Nidau - sowie die Bf. von Basel und Lausanne, obschon der Gegensatz zum Kaiser Bern die Unterstützung der Kirche einbrachte. Die Verhandlungen von Neuenegg am 15.4.1338 führten nicht zum Erfolg, so dass Bern an Ostern 1339 die Absagebriefe der Gegner erhielt. Nach einem Raubzug des Gf. von Valangin scheiterte ein Berner Überfall auf Aarberg, wohin sich der Graf zurückgezogen hatte. Bern besetzte Laupen, das ab dem 10. Juni belagert wurde. Am 21. Juni zog das von Rudolf von Erlach angeführte bern. Heer mit Urner, Schwyzer, Unterwaldner und Solothurner Verstärkung von Bern nach Laupen. Die ungefähr 6'000 Mann starken Heere trafen bei Wyden aufeinander. Mit gewissem Geländevorteil besiegten die Berner ihre Gegner und rieben deren Reiterei fast vollständig auf; der Westschweizer Adel sollte sich von dieser Niederlage nie mehr erholen. Im folgenden Kleinkrieg, der v.a. von Freiburg aus betrieben wurde, behauptete sich Bern nur mit Mühe, bevor es die Vorstädte Freiburgs nach der Schlacht auf dem Schönberg am 24.4.1340 verbrannte. Am 9.8.1340 vermittelte die massgebl. Vertreterin der Habsburger in den Vorlanden, Königin Agnes von Ungarn, in Königsfelden den Frieden, der die Vorherrschaft Berns in der Region festigte. Die Bündnisleistungen, welche die Eidgenossen im L. erbrachten, ebneten den Weg Berns in den eidg. Bund (1353). Bern sicherte sich in der Folge allgemein stärker durch Bündnisse ab (Burgundische Eidgenossenschaft), um eine Wiederholung ähnl. Konfrontationen zu verhindern.


Literatur
– F. Moser, Der L., 1939
– Feller, Bern 1, 129-148
– G. Grosjean, «Die Schlacht: Wirklichkeit und Legende», in Der Achetringeler. Chronik für das Amt Laupen, 1989, 1716-1721 (Sondernr.)
– H. Braun, «Der L. - eine Berner Erfolgsgeschichte», in Berns mutige Zeit, hg. von R.C. Schwinges, 2003, 524-528

Autorin/Autor: Christian Folini