Fremdenlegion

Die F., eine franz. Kolonialtruppe (Légion étrangère), wurde 1831 vom franz. Kg. Louis Philippe gegründet und bald nach Afrika überstellt. Ihr erster Kommandant war wahrscheinlich Christoph Anton Stoffel aus Arbon. Teils gehörten ihre Offiziere zur einstigen Grande Armée Napoleon Bonapartes, teils waren sie Angehörige der ehemaligen Schweizerregimenter im Dienste Frankreichs. Die Mehrzahl der aus europ. Ländern stammenden Rekruten hatte ihr Heimatland aus polit. und wirtschaftl. Gründen verlassen. Die F. gelangte in den Kolonialkriegen des 19. Jh., im 1. und 2. Weltkrieg, v.a. aber im Indochina- und Algerienkrieg zum Einsatz. Von 1831 bis heute dienten zwischen 30'000 und 40'000 Schweizer in der F. Während des 1. Weltkrieges kämpften ca. 14'000 Freiwillige aus der Schweiz in den Regimentern der Legion; 8'000 davon fielen. Seit 1927 verbietet das schweiz. Militärstrafgesetz Fremde Dienste.

Der Hauptstandort der Legion befand sich bis 1962 im alger. Sidi Bil Abbas. Seit dessen Unabhängigkeit befindet er sich in Aubagne (Provence). Im dortigen Legionsmuseum wird an einige Schweizer erinnert, die sich durch besonderen Einsatz auszeichneten. Sieben der zehn Regimenter sind in Südfrankreich stationiert. In neuester Zeit wandelte sich das Gesicht der F., die v.a. der Durchsetzung der franz. Kolonialpolitik diente; die z.T. unmenschl. Disziplin schildert Friedrich Glauser in seinem Roman "Gourrama" (1940). Heute ist die F., die ca. 8'000 Angehörige zählt (ca. die Hälfte davon sind Franzosen), eine schnelle Eingreiftruppe, aber auch für friedenssichernde Aufgaben und Katastropheneinsätze verfügbar. 1993 wurde auf dem Pas de Morgins ein Gedenkstein für die für Frankreich gefallenen Schweizer enthüllt.


Literatur
– P. de Vallière, Treue und Ehre, 1940 (franz. 1913)
– E. Maradan, Les Suisses et la Légion étrangère de 1831 à 1861, 1987
– J.-F. Rouiller, Les Suisse célèbres à la Légion étrangère, 1991

Autorin/Autor: Alfred Mahrer