Sarnersee

See in einer von Gletschern geschliffenen Talmulde zwischen Giswil und Sarnen OW., der in der Urzeit durch die Schwemmkegel von Chli Schliere, Gross Schliere und Melchaa vom Alpnachersee getrennt wurde. Der S. wird gespiesen durch den 1875 in Giswil erstellten Dreiwässerkanal (Aa, Laui und Kleine Melchaa), durch die Melchaa, die 1880 bei Sarnen in den See umgeleitet wurde, und durch versch. Wildbäche, die seit 1860 systematisch mit Bundeshilfe verbaut werden. Bis zur Eröffnung der Brünigstrasse 1861 erfolgte der Waren- und Personentransport zwischen den beiden Susten bzw. Zollstätten am südl. und nördl. Seeufer mit Nauen (Frachtschiffe). Die grundsätzlich freie, aber mit alten Landesgesetzen reglementierte Fischerei wurde 1878 von der Patentfischerei abgelöst. Die moderne Abwasserreinigung reduzierte das Fischvorkommen und brachte die Berufsfischerei Anfang des 21. Jh. zum Erliegen. Nach den grossen Unwettern von 1999 und 2005 wurden versch. Projektvorschläge vorgelegt, um die Abflusskapazität der Sarner Aa, des einzigen Seeabflusses, zu erhöhen.


Quellen
Slg. der Gesetze und Verordnungen des Kt. Unterwalden ob dem Wald, hg. von N. von Moos, 1, 1853, 342-344; 4, 1880, 311-316
Literatur
– H. Amstad, S., Juwel Obwaldens, 1991

Autorin/Autor: Niklaus von Flüe