Hochwachten

Um die Truppen zu mobilisieren, gab man im Bernbiet ab Mitte des 15. Jh., in der Urschweiz ab 1529 Feuerzeichen von Berg zu Berg weiter. Im 17. und 18. Jh. wurde das Netz der in opt. Verbindung stehenden Signalpunkte (eine Hochwacht wird im Kt. Waadt signal genannt) ausgebaut. Bern verfügte zwischen Rhein und Genfersee über 156 Chutzen, Thurgau 51 H., Freiburg 33, Zürich 23, Luzern 17. Zur Ausrüstung einer Hochwacht gehörten eine Wachthütte, ein Visierinstrument, eine schwenkbare Harzpfanne an galgenartigem Gerüst, ein Mörser sowie dürres Holz. Bei Nacht signalisierte man mit Feuer, bei Tag mit Rauch, bei Nebel mit dem Mörser. Das Hochwachtensystem kam 1870 im Zug des Dt.-Franz. Kriegs letztmals zum Einsatz. Flurnamen wie Guggershörnli, Hochwacht, Pfannenstiel, Wachthubel und Signal de Bougy, de Morrens, de Sauvabelin, de Chexbres sowie die Hochwachthütte ob Langnau im Emmental erinnern an das einstige Alarmsystem, das zu den ältesten militär. Techniken der Menschheit zählt.


Literatur
– G.J. Peter, Ein Beitr. zur Gesch. des zürcher. Wehrwesens im 17. Jh., 1907
– E. Mottaz, Dictionnaire historique, géographique et statistique du canton de Vaud 2, 1921, 661 f., (mit Liste der H. im Kt. Waadt)
100 Jahre elektr. Nachrichtenwesen in der Schweiz 1, 1952

Autorin/Autor: Peter Ziegler