• <b>Kriegführung</b><br>Ein 1619 in Bern gedrucktes Werk über die militärische Taktik für die Infanterie, verfasst und herausgegeben vom Berner Festungsbaumeister   Valentin Friderich (Schweizerische Nationalbibliothek).
  • <b>Kriegführung</b><br>Kampf um die Brücke von Lunnern bei Obfelden während des Sonderbundskriegs am 12. November 1847. Aquarell von   Edouard Castres (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv). Die eidgenössischen Truppen, die mobiler und schneller waren als die Sonderbundstruppen, kamen diesen bei der Kontrolle des Reussübergangs zuvor.

Kriegführung

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Die K. umfasst den Einsatz militär. Kräfte auf der strateg., operativen und takt. Ebene. Während es sich bei der strateg. Ebene um die Kriegsziele und Kriegsformen in den versch. Jahrhunderten handelt, geht es auf operativer und takt. Ebene in erster Linie um den Truppeneinsatz. Die K. kann sich in Konzepten und Planungen wie auch in der Wirklichkeit auf dem Schlachtfeld niederschlagen. Die K. wurde in der Schweizer Geschichte v.a. im SpätMA, in den Fremden Diensten, den Koalitionskriegen (1792-1815), beim Franzoseneinfall (1798) sowie in mehreren Bürgerkriegen und inneren Konflikten in die Realität umgesetzt. Mit dem Verzicht auf krieger. Aktionen gegen das Ausland beschränkte sich die schweiz. K. in der Neuzeit v.a. auf die konzeptionelle und materielle Vorbereitung der Landesverteidigung.

1 - Schweizerisches Fussvolk gegen feudale Ritterheere

Im SpätMA führten die acht Orte der alten Eidgenossenschaft einen Kampf zur Behauptung und Erweiterung ihres Herrschaftsbereichs. Dabei setzten sie polit., wirtschaftl. und auch militär. Mittel ein (Militärwesen). Sie schlossen Bündnisse und Schutzverträge (Allianzen), nahmen Personen ausserhalb ihres Hoheitsgebietes ins eigene Bürgerrecht auf und erwarben Herrschaftsrechte käuflich oder durch Pfandnahme.

Der Krieg diente primär zur Verstärkung des Drucks auf den Gegner. Um diesen gefügig zu machen, wurden Überfälle verübt, Hinterhalte gelegt, Burgen gebrochen, Klöster geplündert, Geiseln genommen, Ländereien gebrandschatzt und verwüstet. Mit Belagerungen wurde das Ziel nur selten erreicht: Es fehlte an den nötigen Instrumenten und der Ausdauer. Entscheidung suchende Feldschlachten bildeten seltene Höhepunkte. Die operative Führung liess insgesamt zu wünschen übrig. Unterschiedl. strateg. Interessen der einzelnen Orte erschwerten die Übereinstimmung im gesamteidg. Kriegsrat. Einzelne Orte scherten gar aus. So kam es, dass militärisch günstige Gelegenheiten zur K. verpasst wurden. Zudem mangelte es vor und nach den Gefechten häufig an der nötigen Disziplin. Spontan versammelte Kriegergemeinden drängten oft zum vorzeitigen Angriff, und eine Verfolgung des geschlagenen Feindes fand meist nicht statt. Das unzulängl. Versorgungswesen engte die Operationsfreiheit ein (Logistik) und zwang die Krieger zur Selbsthilfe. Die Beute zog nicht bloss unbesoldete Freiwillige, sondern auch reguläre Kriegsknechte an.

Die takt. Stärke der Eidgenossen lag in der Offensivkraft ihrer Schlachthaufen, die lawinenartig in die ritterl. Formationen hineinbrachen, um dort ein Blutbad anzurichten. Ihre Kämpfer waren ursprünglich nur mit Kurzwehren ausgerüstet, der Halbarte als wichtigster Waffe sowie zusätzlich mit Streitäxten, Schwertern, Dolchen und Kurzspiessen. Im Nahkampf waren sie den durch ihre Rüstungen beengten Rittern überlegen. Übten diese aber in geschlossener Phalanx mit ihren langen Lanzen frontalen Druck aus, war es für die Eidgenossen schwierig, den Gegner fernzuhalten oder sich ihm anzunähern. Deshalb trachteten sie danach, die Ritterheere in einem durch Letzinen verstärkten Gelände zu stellen, das die Beweglichkeit der Pferde einschränkte. Überraschend ausgelöste und mit einem Hagel von Baumstämmen, Steinen oder Pfeilen eingeleitete Angriffe versetzten die Reitpferde in Panik und stifteten beim Fussvolk Verwirrung. Geschicktes Manövrieren ermöglichte allenfalls den Einbruch in die schlecht geschützten Flanken des Feindes.

Auf Grund der Erfahrungen aus früheren Schlachten wurde die Bewaffnung Mitte des 15. Jh. durch fünf Meter lange Spiesse aus Eschenholz ergänzt. Fortan bildeten die Nahkämpfer den Kern der Gevierthaufen. Sie wurden durch mehrere Reihen Spiessträger geschützt, die den Feind auf Distanz halten oder niederstechen sollten. Halbartenträger strömten durch die geschlagenen Breschen und töteten den Gegner im Zweikampf. Der sog. Ordnungsmacher, ein hoher Offizier, stellte die Streitmacht zum Kampf bereit. Um ihre Manövrierfähigkeit zu erhöhen, unterteilte er sie in Vorhut, sog. Gewalthaufen und Nachhut. Bogen- und Armbrustschützen, später auch Büchsenschützen operierten selbstständig vor, neben oder hinter den Gevierthaufen, durch die sie sich beim Zusammenprall mit dem Gegner zurückzogen. Kavallerie und Artillerie spielten eine untergeordnete Rolle. Aus Freiwilligen zusammengesetzte Freiharste begleiteten die regulären Auszüge oder stürmten ihnen gar voran.

Der ausschlaggebende Faktor in der spätma. eidgenössischen K. dürfte der moralische gewesen sein. Für die Eidgenossen standen die Freiheit und die Unabhängigkeit ihrer Orte auf dem Spiel. Viele Kämpfende waren vom unbändigen Willen erfüllt, den Gegner zu schlagen. Die urwüchsige, auf elementarer Aggressivität beruhende Kraft der ungestümen Bauern und Hirten verlieh den Gevierthaufen ihre Schrecken verbreitende Wucht. Diese Eigenschaften erfuhren v.a. im Rückblick des 19. und 20. Jh. eine myth. Stilisierung.

Autorin/Autor: Hans Senn

2 - Entwicklung der Taktik vom 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

In der Schlacht von Marignano (1515) wurde den Eidgenossen zum Verhängnis, dass sie die Bedeutung der Kavallerie und der Feuerwaffen unterschätzten. Zur Niederlage führten das von der Kriegergemeinde erzwungene, überstürzte Eintreten in die Schlacht, die sich in einem ungünstigen Gelände abspielte, sowie die überlegenen Waffen des Feindes. Das Fussvolk bildete inskünftig nur noch ein Element der Schlacht. Das Feuer der Artillerie und die Attacken der Kavallerie waren von zentraler Bedeutung. Auch die Infanterie veränderte mit der Zeit ihren Charakter. Spiesse und Halbarten wurden Mitte des 17. Jh. durch Lunten-, später durch Steinschlossgewehre mit Bajonetten abgelöst. Die gesteigerte Feuerkraft löste den phys. Zusammenprall ab. Der Nahkampf diente nur noch der Vollendung der durch das Massenfeuer erzielten Wirkung. Der koordinierte Einsatz der drei Truppengattungen Artillerie, Kavallerie und Infanterie verlangte eine straffe Führung durch den Feldherrn.

<b>Kriegführung</b><br>Ein 1619 in Bern gedrucktes Werk über die militärische Taktik für die Infanterie, verfasst und herausgegeben vom Berner Festungsbaumeister   Valentin Friderich (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/><BR/>
Ein 1619 in Bern gedrucktes Werk über die militärische Taktik für die Infanterie, verfasst und herausgegeben vom Berner Festungsbaumeister Valentin Friderich (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Die eidg. Orte zeigten sich jedoch ausserstande, die Führungsmängel zu beheben und den takt.-techn. Rückstand aufzuholen. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als sich inskünftig von europ. Konflikten fernzuhalten. Innere Wirren sollten zu diesem Verzicht beitragen. Da die Eidgenossen als Krieger nach wie vor einen guten Ruf besassen und gefragt waren, suchte die eidg. Führungsschicht die aussenpolit. Interessen durch Soldbündnisse zu wahren. Die Schweizer Regimenter in fremden Diensten erhielten den Charakter stehender Truppen. Ausserhalb der Feldzüge wurden sie kaserniert und in den neuen Kampfmethoden gedrillt. Unbedingter Gehorsam und Soldatenehre ersetzten allmählich das ungestüme Draufgängertum.

Um die Wende vom 16. zum 17. Jh. führten die Niederländer als erste die sog. Treffentaktik ein, die im 18. Jh. ihren Höhepunkt in der preuss. Lineartaktik fand. Die Streitkräfte gliederten sich nun in Regimenter, Bataillone, Kompanien und Züge. Zum Feuergefecht wurden die Kompanien eines Bataillons nebeneinander in drei Gliedern aufgestellt, damit sie mit der noch ungenauen Schusswaffe ein wirksames Abteilungsfeuer freisetzen konnten. Dieses wurde durch leichte Artilleriegeschütze verdichtet, die zwischen den Bataillonen standen. Karrees fanden nur noch ausnahmsweise zur Verteidigung oder zum Angriff Verwendung. Die Lineartaktik setzte eine drillmässige Militärische Ausbildung voraus.

Die Levée en masse der franz. Revolution führte den Armeen viele unerfahrene und schlecht ausgebildete Soldaten zu. Um diese Massenheere besser führen zu können, unterteilte Napoleon sie in Korps und Divisionen. Gleichzeitig ging er zur sog. Kolonnentaktik über. Im Grunde genommen handelte es sich um die Wiederverwendung des tief gestaffelten Rechteckes, das viel leichter zu handhaben war und in allen Gefechtsformen einen flexibleren Einsatz ermöglichte. Im Angriff gingen dem Gelände angepasste Schützenketten voraus, die von leichten Geschützen unterstützt das Feuergefecht mit dem Gegner aufnahmen. An der geplanten Durchbruchstelle wurde der Feind durch massives Feuer der Artilleriereserve sturmreif geschossen. Bajonettangriffe geschlossener Bataillonskolonnen führten die Entscheidung herbei, und Kavallerieverbände nützten den Erfolg aus.

Im 17. und 18. Jh. versuchten Zürich und Bern, ihr Wehrwesen den Entwicklungen im Ausland einigermassen anzupassen. Der Erfolg zeigte sich im Zweiten Villmergerkrieg (1712). Die einheitlich uniformierte, mit Steinschlossgewehren ausgerüstete und in der Lineartaktik geschulte bern. Infanterie brachte mit ihrem Abteilungsfeuer den schlecht bewaffneten kath. Milizen, die in herkömml. Haufen angriffen, schwere Verluste bei. Im Vergleich zu dieser mit allen Regeln der Kunst geführten Schlacht handelte es sich im Bauernkrieg (1653), in den Kämpfen während des Franzoseneinfalls (1798) und in den Freischarenzügen (1844-45) um recht primitiv durchgeführte militär. Auseinandersetzungen.

Autorin/Autor: Hans Senn

3 - Operative Ideen im 19. und 20. Jahrhundert

Im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71) erlaubten die Telegrafie sowie das ausgebaute Strassen- und Eisenbahnnetz die Anwendung des Grundsatzes "getrennt marschieren, vereint schlagen". Obschon die schnell und präzis schiessenden Hinterlader eine Auflockerung der Gefechtsformen verlangt hätten, wurde noch immer die Kolonnentaktik angewendet. An Stelle der Bataillonskolonnen traten allerdings Kompaniekolonnen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-18) gingen alle Armeen zur Schützenlinie über. Das Abwehrfeuer der Maschinengewehre fügte der in Wellen angreifenden Infanterie hohe Verluste zu. Das Kampfgeschehen erstarrte im Grabenkrieg. In der Zwischenkriegszeit wurde ohne durchschlagenden Erfolg versucht, die Infanterie durch Ausrüstung mit schweren Waffen und geschickte Ausnützung des Geländes wieder angriffsfähig zu machen. Die Gefechtsgruppe bildete nun eine aufgelockerte Kampfeinheit, sei es zur Unterstützung, zur Annäherung oder zum Einbruch. Der Initiative und dem Durchhaltevermögen des einzelnen Kämpfers kam erhöhte Bedeutung zu.

Um Feuer und Beweglichkeit nachhaltig ins Lot zu bringen, entwickelte die dt. Wehrmacht mechanisierte Kampfverbände, die im Zweiten Weltkrieg (1939-45) in enger Zusammenarbeit mit der Luftwaffe den sog. Blitzkrieg entfesselten. Panzer- und Fliegerabwehr vermochte kein entscheidendes Gegengewicht zu bilden. Die Drohung mit dem Einsatz operativer und takt. Atomwaffen zur Zeit des Kalten Krieges verlangte militär. Verbände, die sich rasch auflockeren und ebenso schnell wieder konzentrieren konnten. Zur Mechanisierung und Motorisierung trat die Luftbeweglichkeit hinzu. Die Landschlacht wurde mit der Luftschlacht kombiniert.

Auch in der Schweiz führten die Schaffung eines Generalstabs und die Erstellung moderner Kartenwerke im 19. Jh. zur Beschäftigung mit operativen Problemen. Die Ideen reichten von der Kordonaufstellung an der Grenze über eine Kampfführung auf der inneren Linie im zentralen Mittelland bis zum Rückzug der Armee in ein Alpenréduit. Diese Pläne dienten der operativen Schulung, sollten aber die Freiheit der gewählten Oberbefehlshaber keineswegs einengen. Diese bekannten sich zu einer der Lage angemessenen bewegl. Defensive, welche aus Vorwärtsverteidigung, Verzögerung, Errichtung von Sperrfronten und Gegenangriffen bestand.

<b>Kriegführung</b><br>Kampf um die Brücke von Lunnern bei Obfelden während des Sonderbundskriegs am 12. November 1847. Aquarell von   Edouard Castres (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).<BR/>Die eidgenössischen Truppen, die mobiler und schneller waren als die Sonderbundstruppen, kamen diesen bei der Kontrolle des Reussübergangs zuvor.<BR/>
Kampf um die Brücke von Lunnern bei Obfelden während des Sonderbundskriegs am 12. November 1847. Aquarell von Edouard Castres (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
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General Guillaume-Henri Dufour verstand es als eidg. Oberbefehlshaber im Feldzug gegen den Sonderbund (1847) auf geschickte Weise, durch konzentr. Vorgehen seiner Divisionen gegen die entscheidenden Machtzentren den Gegner zum Nachgeben zu zwingen, so dass grössere Verluste vermieden werden konnten. Im Neuenburgerhandel (1856-57) plante Dufour, einen offensiven Vorstoss der Preussen durch das Aaretal nach Bern auf der Höhe des Bözberges aufzuhalten und durch einen Gegenangriff südlich des Rheins von den rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden.

1870 rechnete General Hans Herzog während des Dt.-Franz. Krieges mit der Möglichkeit eines kleinräumigen Umgehungsversuches der Franzosen über Basel. Er plante, einen solchen hinter Birsig oder Birs abzublocken und im Gegenangriff vom Blauenkamm her zu zerschlagen. Einer grossräumigen Umfassung durch das Mittelland wollte Oberst Emil Rothpletz, Chef der Operationssektion, durch Gegenangriffe im Jura oder an der Aarelinie entgegentreten. Im Falle eines gemeinsamen Angriffs der franz. und ital. Truppen auf die Westschweiz wollte er eine Vereinigung der feindl. Streitkräfte durch Gegenangriffe aus einer Bereitstellung auf der inneren Linie zwischen der Broye und der Glane verhindern.

1914 deckte General Ulrich Wille mit je einem Armeekorps die Nordwest- und die Südgrenze. Ein drittes Armeekorps hielt er im Mittelland zum bewegl. Einsatz bereit. Im Falle eines dt. oder franz. Angriffs sollten sich die an der Nordostgrenze eingesetzten Truppen kämpfend auf die Jurahöhen zurückziehen, um den bereitgestellten Reserven zu erlauben, die feindl. Angriffskolonnen in der Flanke zu treffen. Im 2. Weltkrieg musste sich General Henri Guisan angesichts der mangelnden Gefechtsfeldbeweglichkeit der Infanterie und der fehlenden Gegenschlagskräfte zum Halten linearer Abwehrfronten hinter durchgehenden Panzerhindernissen entschliessen. Nachdem die Achsenmächte die Schweiz praktisch eingeschlossen hatten, suchte er das Land gegen die überlegenen feindl. Streitkräfte aus dem Réduit heraus zu sichern. Guisan rügte, dass er sich für den Aufmarsch der Armee nicht auf vorbereitete Operationspläne habe abstützen können.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich ein heftiger Streit zwischen den Anhängern einer vornehmlich infanterist. Raumverteidigung und den Befürwortern einer bewegl. Verteidigung, die eine Mechanisierung grösserer Armeeteile und eine starke Luftwaffe vorausgesetzt hätte. Die Konzeption der militär. Landesverteidigung von 1966 schloss einen realist. Kompromiss zwischen den gegenteiligen Auffassungen, indem sie die Verteidigung aus Stützpunkten mit Gegenschlägen mechanisierter Regimenter in der Gefechtsform Abwehr kombinierte. Diese sollte zwischen Grenze und Alpenraum geführt werden. Angesichts der stark geschrumpften Vorwarnzeit entschloss sich der Generalstab zur befehlsfertigen Ausarbeitung eines Grundkampfdispositives, aus dem heraus einem überraschenden Angriff zeitgerecht begegnet werden konnte. Die Heereseinheitskommandanten hielten jedoch allzu sehr an diesem Notfalldispositiv fest. Initiative und Phantasie für die Anpassung an andere als die erwartete Lage drohten verloren zu gehen.

Die verkleinerte Armee 95 konzentrierte die Raumverteidigung auf bedrohte Fronten und suchte durch Teilmechanisierung der Infanterie das dynam. Element der Abwehr zu verstärken. Sie begnügte sich allerdings mit unverbindl. operativen Studien. Die Planer der Armee XXI bekennen sich zum Konzept "Sicherheit durch Kooperation".

Quellen und Literatur

Literatur
Schweizer Kriegsgesch., 3 Bde., 1916-35
– H. Rapold, Strateg. Probleme der schweiz. Landesverteidigung im 19. Jh., 1951
– W. Schaufelberger, Der alte Schweizer und sein Krieg, 1952 (31987, )
– H.R. Kurz, Schweizerschlachten, 1962
Histoire universelle des armées, hg. von J. Boudet, 4 Bde., 1965-66
– H. Schwarz, Gefechtsformen der Infanterie, 1977
Gesch. der Schweiz und der Schweizer 1, 1982
– W. Schaufelberger, Kriegführung und Kriegertum zur Sempacherzeit, 1986
– W. Schaufelberger, Marignano, 1993
Militärgesch. zum Anfassen, hg. von H.R. Fuhrer, 1994-

Autorin/Autor: Hans Senn