28/11/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Sisgau

Fränk. Verwaltungsbezirk, später Landgrafschaft. 835 pagus sisigavensis. Zusammen mit dem Augstgau wird der S. 1041 anlässlich der königl. Schenkung des Reichsgutbezirks Augst an den Bf. von Basel erwähnt. Die Grenzen wurden gemäss einer Beschreibung von 1363 von Rhein, Ergolz, Violen- und Möhlinbach, den Wasserscheiden auf den Jurahöhen sowie Lüssel und Birs gebildet. Ab dem späten 11. Jh. hatten die Fam. Homberg, Neu-Homberg, Frohburg und Habsburg-Laufenburg das Lehen inne, sicher schon vor 1363 als bischöfl. Amtslehen. 1418 vererbten es die Thiersteiner an die Falkensteiner. 1510 ging der S. als Pfand an die Stadt Basel und bildete von da an den grössten Teil der Landschaft Basel. Zwischen Basel und Solothurn kam es 1476 und 1531 zu Streitigkeiten um die Hochgerichtsbarkeit in Langenbruck bzw. in Gempen; ein eidg. Schiedsgericht legte jeweils den Grenzverlauf zwischen den späteren Kt. Basel und Solothurn fest. Nach Herrschaftskonflikten mit Fürstbf. Jakob Christoph von Blarer kaufte die Stadt Basel den S. 1585 los (Rappenkrieg). Kirchlich bildete der S. ein Landkapitel der Diözese Basel. Nach der Reformation schrumpfte das Landkapitel S. jedoch auf die solothurn. Pfarreien Büren, Seewen und Nuglar-St. Pantaleon sowie die katholisch gebliebenen Fricktaler Pfarreien auf habsburg. Boden.


Literatur
HS I/1
Nah dran, weit weg: Gesch. des Kt. Basel-Landschaft 1, 2001, 205-236; 2, 2001, 101-122

Autorin/Autor: Maria Wittmer-Butsch