Surbtal

Tallandschaft mit den Aargauer Gemeinden Ehrendingen, Freienwil (Bez. Baden), Schneisingen, Lengnau, Endingen, Tegerfelden und Döttingen (Bez. Zurzach). Die Fortsetzung des S.s bildet das zürcher. Wehntal mit den Gem. Schöfflisdorf, Schleinikon sowie Ober- und Niederweningen (Bez. Dielsdorf). Die namengebende Surb entspringt am Nordhang der Lägern auf Zürcher Gebiet und mündet ca. 16 km weiter nordwestlich bei Döttingen in die Aare. Älteste Siedlungsfunde stammen aus der Jungsteinzeit. An versch. Orten finden sich röm. Spuren (Gutshof in Lengnau). Im Früh- und HochMA hatten die Klöster St. Gallen und Einsiedeln Besitz im S., später v.a. St. Blasien. Im 13. Jh. lag das obere S. (Lengnau) im Einflussbereich der Regensberger, das untere in jenem der von Tegerfelden und später der von Klingen. 1269 verkaufte Walther von Klingen seine Rechte im S. zusammen mit der Stadt Klingnau an den Bf. von Konstanz. Die Regensberger wurden in der 2. Hälfte des 13. Jh. von den Habsburgern und der Stadt Zürich verdrängt. Das S. wurde 1415 Teil der eidg. Grafschaft Baden (Ämter Siggental und Ehrendingen). Ab 1528 verstärkte die Reformation die Grenze zum Zürcher Staatsgebiet (Niederweningen); in Endingen, Unterendingen und Tegerfelden verblieben ref. Minderheiten. Ab dem 17. Jh. siedelten sich wegen der nahen Zurzacher Messen in Lengnau und Endingen jüd. Händler an, die sich beim Badener Landvogt Schutz- und Schirmbriefe erkaufen mussten. S. kam 1803 als Teil der Grafschaft Baden zum Kt. Aargau. 1866 wurde die Niederlassungsfreiheit und 1874 die Kultusfreiheit in der Bundesverfassung verankert, worauf bis etwa 1920 die meisten Juden das S. verliessen. Nachdem die Surbtalbahn als Fortsetzung der 1891 bis nach Niederweningen gebauten Wehntalbahn nicht zustande gekommen war, wurde 1921 eine Postautolinie eröffnet. Bis 1954 erfolgte die Fertigstellung der neuen Surbtalstrasse. Im ländlich geprägten S. liessen sich von den 1960er Jahren an Gewerbe und Kleinindustrie nieder.


Literatur
– A. Häberle, Niederweningen, 1992
– B. Meier, D. Sauerländer, Das Surbtal im SpätMA, 1995
Lengnau, 1997
– K. Weibel, Endingen 798-1998, 1999
– S. Brian Scherer et al., Schneisingen, 2003

Autorin/Autor: Bruno Meier