Laufenburg (AG, Bezirk)

Bis 1797 habsburg. Amt, 1802-03 helvet. Distrikt, seit 1803 Bez. des Kt. AG. Die hochma. habsburg. Grafschaft L., beidseits des Hochrheins gelegen, fiel mit dem Aussterben des jüngeren Familienzweigs Habsburg-L. 1408 an die ältere habsburg.-österr. Linie. Die Bezeichnung "Grafschaft" wich in der Folge dem Begriff "Herrschaft". Zahlreiche Verpfändungen von Land und Herrschaftsrechten erschweren eine Übersicht über die Entwicklung. Vom 16. Jh. an war die Herrschaft L. auf die linksrhein. Teile der ehem. Grafschaft beschränkt. Sie reichte von Leibstadt bis Sisseln und schloss die in den Rhein entwässerten Täler von Mettau, Sulz und Kaisten sowie die Stadt Gross- und Klein-L. ein. Verwaltungsmässig bildete die Herrschaft L. (zunehmend auch Kameralherrschaft genannt) zusammen mit der rechtsrhein. Grafschaft Hauenstein das Waldvogteiamt Waldshut des vorderösterr. Breisgaus. Die Landesherrschaft, die die hohe Gerichtsbarkeit und das Mannschaftsrecht umfasste, lag bei einem Obervogt, der gewöhnlich auch der Herrschaft Rheinfelden vorstand und oft gleichzeitig Pfandherr war. Die Stadt L. verwaltete sich weitgehend selbst.

Nach dem kurzen, 1797 einsetzenden Intermezzo der franz. Besetzung des Fricktals kam das Gebiet der ehem. Herrschaft L. 1802 mit dem Kt. Fricktal an die Helvet. Republik. Der helvet. Distrikt L. umfasste die damaligen Gemeinden Etzgen, Gansingen, Ittenthal, Kaisten, L., Mettau, Oberhofen, Schwaderloch, Sisseln, Sulz, Unterleibstadt und Wil und war damit praktisch deckungsgleich mit der ehem. Herrschaft L. Bei der Schaffung des Kt. Aargau 1803 wurden die Gemeinden des helvet. Distrikts Frick auf die aarg. Bezirke L. und Rheinfelden aufgeteilt. Zu L. stiessen neu Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick, Herznach, Hornussen, Münchwilen, Oberhof, Oeschgen, Ueken, Wittnau, Wölflinswil und Zeihen. Unterleibstadt wechselte 1866 infolge der Vereinigung mit der Gemeinde Oberleibstadt zum Bezirk Zurzach.


Literatur
– A. Senti, «Die Herrschaften Rheinfelden und L.», in Vorderösterreich, hg. von F. Metz, 21967, 401-430

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier