10/02/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken

Aarburg (Amt)

Habsburg. Herrschaft bis 1415, danach bern. Oberamt bis 1798. Die Frohburger verkauften 1299 die Burg A. samt zugehöriger Herrschaft den Habsburgern. Um 1300 liessen diese im Habsburg. Urbar unter der Bezeichnung Officium Arburch ihre Rechte in ca. einem Dutzend Ortschaften aufführen, die in den späteren Gem. A., Oftringen, Niederwil (heute Gem. Rothrist), Riken (heute Gem. Murgenthal), Vordemwald, Strengelbach, Brittnau und Mühlethal lagen. Damit umfasste die Herrschaft A. den von Wigger und Pfaffneren durchflossenen Westteil des späteren Bez. Zofingen (ausser dem Stadtbann von Zofingen). Die Habsburger hatten Hoch- und Niedergericht inne mit Ausnahme des Twings Brittnau, wo die niederen Gerichte teilweise verpfändet waren. Auf der A. sass 1330-1415 das Dienstmannengeschlecht Kriech von A. Nach der Eroberung des Aargaus wurde das im Umfang belassene Amt A. zum bern. Oberamt, die Burg A. von 1416 an als Landvogteisitz verwendet. Bis zur Sitznahme eines weiteren Landvogts auf der Lenzburg (1442/44) wurde auch die ehem. Grafschaft Lenzburg vom Landvogt des Amts A. (auch Kommandant der Festung A. gen.) verwaltet. Mit dem 1516 erfolgten Erwerb der restl. niedergerichtl. Rechte in Brittnau verfügte Bern über die umfassende Landesherrschaft. Die Organisation des Oberamts A., aufgeteilt in die Gerichtsbez. A. und Brittnau, entsprach den übl. Strukturen bern. Landvogteien. Am 22.3.1798 wurde der ehem. bern. Unteraargau östl. der Wigger zum Kt. Aargau erhoben, womit der grösste Teil des Amts A., obwohl nach A. und Zofingen abgabepflichtig und z.T. auch kirchgenössig, beim Kt. Bern verblieb. 1803 erfolgte die Zuweisung des gesamten ehem. Amts A. zum Kt. Aargau (Bez. Zofingen). Der 1798 zerstörte Galgen des Amts in der Klus bei A. wurde im frühen 20. Jh. wiederhergestellt.


Literatur
– E. Bucher, «Die bern. Landvogteien im Aargau», in Argovia 56, 1944, 1-191
– J. Bolliger, A., 1970

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier