Moutier (Amtsbezirk)

Amtsbez. des Kt. Bern, Hauptort M., 26 Gem. umfassend. Ursprünglich setzte sich M. aus den Pfarreien der Propstei Moutier-Grandval und der Herrschaft (courtine) Bellelay zusammen, die dem Fürstbistum Basel angehört hatten und vom Wiener Kongress 1815 dem Kt. Bern zugeteilt wurden. Ab 1816 Oberamt, seit 1831 Amtsbezirk. 2000 23'224 Einw. Infolge der Verbreitung der Uhrenproduktion über den ganzen Jurabogen setzte im Bez. M. im 19. Jh. die Industrialisierung ein. In den 1880er Jahren begann sich der Bez. auf die Herstellung von Werkzeugmaschinen zu spezialisieren, ein Sektor, der von der Krise der Uhrenindustrie in den 1970er Jahren stark betroffen war (Tornos-Bechler). Einen wichtigen Platz nimmt auch die Metallurgie ein (Giessereien der Unternehmen Von Roll in Choindez und Boillat in Reconvilier). In der ersten Abstimmung am 23.6.1974 lehnte der Bez. M. die Schaffung des Kt. Jura mehrheitlich ab bzw. entschied sich für den Verbleib beim Kt. Bern; diesen Entscheid bestätigten die Stimmbürger am 16.3.1975. In den dritten Urnengängen von 7. und 14.9.1975 entschieden sich dann schliesslich acht Randgemeinden für einen Wechsel zum Kt. Jura; deren sechs (Châtillon, Corban, Courchapoix, Courrendlin, Mervelier und Rossemaison) stiessen zum jurass. Bezirk Delsberg, die zwei übrigen (Lajoux und Les Genevez) zum jurass. Bezirk Freiberge. Umgekehrt verliess die Gem. Rebévelier den Bez. Delsberg und schloss sich dem bern. Amtsbezirk M. an. 1996 wurde dem Wunsch der Gem. Vellerat, aus dem Bez. M. auszutreten und sich in den Kt. Jura einzugliedern, nachgekommen.


Literatur
M., chef-lieu de district 1, 1975
– J.-R. Carnal et al., Histoire du Jura bernois et de Bienne, 1995

Autorin/Autor: Stéphanie Lachat / PTO